Frank Scheermesser
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Beim SEZ reden wir nicht über irgendeine alte Ruine am Straßenrand. Wir reden über ein Stück Berliner Stadtgeschichte, über eine Sport- und Freizeitstätte, die für viele Berliner über Jahrzehnte ein Begriff war. Hier wurde als eines der ersten Projekte die moderne Kraft-Wärme-Kopplung praktiziert. Hier reden wir übrigens über einen intakten Stahlbetongrundkörper, der noch Jahrzehnte genutzt werden könnte, gar nicht zu denken an die erheblichen CO -Emissionen, die bei einem Totalab-2 riss und Neubau entstehen. Wir als AfD sagen klar, Berlin braucht Wohnungen, aber Berlin braucht nicht noch mehr Politik nach dem Prinzip: erst verfallen lassen, dann abreißen, dann teuer neu bauen und am Ende so tun, als sei alles alternativlos gewesen. Das SEZ wurde jahrelang politisch und verwaltungstechnisch herumgereicht. Es gab Streit, Versäumnisse und Intransparenz. Der Abrissbagger soll nun die Antwort auf verantwortungslose Stadtentwicklung sein. Wer heute sagt, der vollständige Abriss sei alternativlos, der muss zuerst die Zahlen auf den Tisch legen: Was kostet der Abriss? Was kostet die Entsorgung? Was kostet ein Neubau? Was würde ein tragfähiger Teilerhalt kosten? Genau diese Kostenwahrheit fehlt. Wir wollen keine Denkmalromantik um jeden Preis, aber wir wollen auch keine Wegwerfpolitik bei Gebäuden, die städtebaulich, historisch und funktional noch eine Rolle spielen können. [Beifall bei der AfD] Gerade in einer Stadt, die ständig über fehlende Sportflächen, fehlende Schwimmflächen, fehlende soziale Infrastruktur und fehlende Aufenthaltsorte klagt, ist es politisch widersprüchlich, ein solches Areal einfach platt zu machen. Das SEZ könnte Teil eines neuen Quartiers werden, mit Wohnungen, ja, aber eben auch mit Sport, Freizeit, Begegnungen und öffentlicher Nutzung. Wer nur Wohnungen verspricht und dafür bestehende Strukturen beseitigt, schafft noch lange kein lebendiges Stadtquartier. Ein Quartier braucht Infrastruktur, Angebote, Identität. Genau deshalb ist ein Totalabriss aus unserer Sicht der falsche Weg. Wir fordern eine ehrliche Prüfung eines Teilerhalts, eine transparente Kosten-Nutzen-Rechnung und eine klare Aussage, welche öffentlichen Nutzungen auf dem Gebäude tatsächlich dauerhaft gesichert werden. [Beifall bei der AfD] Wir als AfD stehen hier für Vernunft statt für Symbolpolitik, für Kostenklarheit statt Abrissreflex, für Nutzung statt Leerstand, für Erhalt, wo Erhalt wirtschaftlich und städtebaulich sinnvoll ist, und für Wohnungsbau, der nicht gegen Sport, Freizeit und Stadtgeschichte ausgespielt wird. – Vielen Dank, meine Damen und Herren! [Beifall bei der AfD]
