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Dr. Michael Efler

LINKE 18.06.2026 Sitzungen 19/89

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Es ist spät, aber hoffentlich noch nicht zu spät für das SEZ. Als notorischer Optimist glaube ich, dass das letzte Stündlein für dieses ikonische Gebäude noch nicht geschlagen hat. [Zuruf von der CDU: Doch, ist durch!] Das wäre auch bitter nötig, denn ein vollständiger Abriss wäre ein unwürdiger und respektloser Umgang mit dem baukulturellen Erbe der DDR-Vergangenheit. Viele Menschen verbinden bis heute schöne Erinnerungen mit diesem Gebäude. [Zuruf von Dennis Haustein (CDU)] Es geht aber nicht um die Vergangenheit, es geht um die Gegenwart. Ein saniertes SEZ könnte in Berlin und speziell in Friedrichshain dringend benötigte Sport- und soziale Infrastruktur schaffen. Deswegen brauchen wir das SEZ – saniert. Es könnte auch ein Modellprojekt für die klimafreundliche Sanierung von Bestandsgebäuden werden. [Beifall bei der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei den GRÜNEN] Das Problem beim Umgang der Koalition mit dem SEZ ist relativ einfach zu beschreiben. Sie haben sehr früh eine kategorische Vorgabe gesetzt, nämlich den Komplettabriss, und keinerlei Plan B gedanklich zugelassen. Es wurde nie ergebnisoffen geprüft. Der städtebauliche Wettbewerb, der im Jahr 2025 von der WBM durchgeführt wurde, war von vornherein auf einen vollständigen Abriss ausgerichtet. Dass jetzt möglicherweise – vielleicht hören wir nachher noch ein bisschen mehr – die Tür für Alternativen einen Spalt aufgeht, hat vor allem mit dem beharrlichen Wirken von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Architektinnen und Architekten, Bauexpertinnen und -experten aus Ost und West zu tun. Deswegen will ich an dieser Stelle ganz herzlich Danke für die Arbeit der Initiativen „SEZ für alle!“ und „SEZ -Quar tier neu denken“ sagen. Eine Bürgerin ist sogar zu dieser späten Stunde hier im Parlament. Vielen Dank! Eure Arbeit hat nicht nur den Abriss vorläufig gestoppt, sondern auch gezeigt, dass das Gebäude keine Ruine ist, dass es Alternativen gibt und – Herr Gaebler – dass sich Wohnungsbau sowie der Erhalt und die Sanierung wesentlicher Elemente des SEZ nicht ausschließen. [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Zuruf von Senator Christian Gaebler] Jetzt geht die Tür noch mal auf. Die Kollegen Schulz und Kollatz habe ich im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen schon so verstanden, dass zumindest die Option eines Teilerhalts noch einmal ernsthaft geprüft werden soll. Falls das ernst gemeint sein sollte – und das hoffe ich und will es auch würdigen – , dann muss jetzt Folgendes geschehen: Alle Zahlen müssen auf den Tisch, und es braucht eine unabhängige Machbarkeitsstudie, nicht nur die Zahlen der WBM, die kein Interesse an irgendeiner Form des Erhalts hat. Der Abriss muss natürlich ausgesetzt werden, bis das Ergebnis einer solchen Studie vorliegt. Das bedeutet auch, dass die entsprechende Ausschreibung für den Abriss umgehend gestoppt werden muss. [Beifall bei der LINKEN] Dann gibt es noch ein schönes Projekt hier in Berlin. Herr Gaebler! Wir waren in dieser Woche gemeinsam bei der wunderbaren Eröffnung einer Ausstellung. Dabei ging es um die Internationale Bauausstellung, die sich vor allem der Transformation des Bestehenden widmen möchte. Im räumlichen Fokus stehen die sogenannten Kreuzungsbereiche des S-Bahn-Rings mit den großen Radialen. Beides passt hier hervorragend zusammen. Interessanterweise taucht das SEZ in der Ausstellung, die Sie in dieser Woche mit eröffnet haben, in einem der Suchräume auf. Lassen Sie uns das SEZ zu einem Leuchtturmprojekt der Internationalen Bauausstellung machen, zu einem Prototyp für eine klimafreundliche Sanierung eines Bestandsgebäudes. Warum eigentlich nicht? [Anne Helm (LINKE): Sehr gute Idee!] Lassen Sie uns die verschiedenen Optionen gleichberechtigt untersuchen und dann zügig eine Entscheidung treffen! – Danke!

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