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Cornelia Seibeld

18.06.2026 Sitzungen 19/89

Frau Senatorin Günther-Wünsch, bitte schön! Senatorin Katharina Günther-Wünsch (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrter Herr Bocian! Vielen Dank für die Frage! Ich möchte es noch mal ganz deutlich sagen, das Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer ist bundesweit die erste und einzige umfassende Studie, das heißt, wir sind das erste Bundesland, das tatsächlich an allen knapp tausend Schulen eine Umfrage zum Thema Konflikt und Gewalt über ein wissenschaftliches Institut in Auftrag gegeben hat. Wir haben jetzt die ersten Ergebnisse vorliegen. Die vollständige Studie kommt im Laufe der Sommerwochen, also in den kommenden Wochen. Sie haben mich gefragt, wie ich diese Ergebnisse bewerte. Vorab möchte ich sagen, dass der Auftrag für die Studie eine bewusste Entscheidung war, denn ich bin der Überzeugung, dass, wenn man politische Verantwortung für einen Aufgabenbereich hat, man auch bei den Themen hinschauen muss, die kompliziert sind. Berlin hat in den letzten Jahren immer wieder durch Einzelfälle Schlagzeilen gemacht. Es wurde höchste Zeit, dass wir tatsächlich Daten und Fakten beim Thema Konflikte und Gewalt an unseren Schulen auf den Weg bringen. Wenn wir uns jetzt die ersten Zahlen anschauen, die wir vom Allensbach-Institut und den zwei Professoren von den unterschiedlichen Universitäten haben, dann kann ich Ihnen nur sagen, dass sich zwar ein differenziertes Lagebild abzeichnet, aber ebenso ein schockierendes. Wir sehen ganz klar, dass wir einen exponentiellen Anstieg von Gewalt in unseren Grundschulen haben, das heißt, die Grundschulen sind am meisten betroffen. Gleichzeitig haben wir einen deutlichen Anstieg von Gewalt an den Gemeinschaftsschulen und Integrierten Sekundarschulen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die häufigste Ursache für Gewalt eine deutliche Abnahme der Frustrationstoleranz und der Impulskontrolle unter Kindern und Jugendlichen ist. Gleichzeitig sagt die Studie ganz deutlich – und das finde ich tatsächlich schockierend – , dass im neunten Jahrgang über ein Drittel der Schülerinnen und Schüler religiöse Regeln über unsere Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens, aber auch über ihre Schulregeln stellen. [Zuruf von der AfD: Woher kommt das wohl?] Dann möchte ich auch ganz klar sagen, dass das Thema diskriminierende Gewalt in der Studie im Gesamtniveau der Gewaltvorfälle eine untergeordnete Rolle spielt, aber – und das gehört auch zu den Fakten, die wir erhoben haben – für die betroffenen Schüler dennoch eine hohe Relevanz hat. Die Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass klare Regeln und deren konsequente Einhaltung, Umsetzung und Einforderung sowie Einigkeit im Kollegium wichtige Faktoren sind, wenn man Gewalt vorbeugen möchte. Das heißt, für mich als Senatorin und für uns als Senat ist dieses Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer nicht eine Bestandsaufnahme, sondern ein ganz klarer Auftrag, diese Zahlen ernst zu nehmen und jetzt tatsächlich auch zu schauen, was wir daraus ableiten und wie wir zukünftig dafür sorgen, dass unsere Schulen ein sicherer Lehr- und Lernort werden und wie unsere Kolleginnen und Kollegen beste Arbeitsbedingungen bekommen, aber auch die Berliner Familien die Sicherheit haben, dass ihre Kinder in Sicherheit zur Schule gehen können. – Vielen Dank!

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