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Sevim Aydin

SPD 04.06.2026 Sitzungen 19/87

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wenn wir in Berlin über den Wohnungsmarkt sprechen, geht es meistens um steigende Mieten und den Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Beides sind zentrale Herausforderungen unserer Stadt und wir als SPD-Fraktion arbeiten an beiden Aufgaben mit Nachdruck. Wir entwickeln neue Stadtquartiere, fördern den Neubau bezahlbarer Wohnungen und sorgen mit dem geplanten Mietenkataster künftig für mehr Transparenz und für die konsequente Durchsetzung des Mietrechts. Aber Wohnen bedeutet mehr, als nur eine Wohnung zu finden und zu bezahlen. Eine Wohnung ist unser Zuhause. Sie ist Rückzugsort, Lebensmittelpunkt und Teil unseres unmittelbaren Lebensumfelds. Hier erleben die Menschen jeden Tag ganz konkret, wie gut Nachbarschaft funktioniert, wie sicher und ernst genommen sie sich fühlen. Deshalb tragen die landeseigenen Wohnungsunternehmen eine besondere Verantwortung. Mit rund 400 000 Wohnungen prägen sie das Zuhause von Hunderttausenden Berlinerinnen und Berlinern. Gerade in den Großwohnsiedlungen unserer Stadt sind sie nicht nur Vermieter, sondern wichtige Partner für lebenswerte Quartiere. Genau hier setzt unser Antrag an. Wir wollen wohnortnahe Kundenzentren stärken und dort schaffen, wo sie fehlen. Wir wollen feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort. Wir wollen Hausmeisterinnen und Hausmeister, die die Wohnanlagen und die Menschen kennen. Denn bei aller Bedeutung der Digitalisierung: Nicht alles lässt sich über Apps, Portale oder Hotlines lösen. Digitale Angebote können hilfreich sein. Sie dürfen aber den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. [Beifall bei der SPD – Beifall von Dr. Ersin Nas (CDU)] Viele Mieterinnen und Mieter wünschen sich einen Ansprechpartner, den sie kennen, der erreichbar ist und Verantwortung übernimmt. Jemanden, der sich kümmert, wenn die Heizung ausfällt, der Aufzug nicht funktioniert oder Schäden im Haus beseitigt werden müssen. Denn eine schnell reparierte Lampe im Hausflur sorgt nicht nur für Licht, sie vermittelt auch das Gefühl, dass sich jemand kümmert, dass Probleme gesehen und ernst genommen werden. Das ist für viele Mieterinnen und Mieter entscheidend. Genau dieses Gefühl von Verlässlichkeit wollen wir mit diesem Antrag vermitteln und dafür sorgen. Unsere landeseigenen Wohnungsunternehmen tragen eine soziale Verantwortung gegenüber ihren Mieterinnen und Mietern. Deshalb müssen sie zeigen, dass öffentlicher Wohnungsbestand nicht nur bezahlbar, sondern auch serviceorientiert, nahbar und verlässlich sein kann. Mit diesem Antrag stärken wir ganz konkret die Interessen der Mieterinnen und Mieter. Wir verbessern die Erreichbarkeit, die Präsenz vor Ort und die Lebensqualität in unseren Quartieren. Denn gute Wohnungspolitik endet nicht an der Wohnungstür. Sie zeigt sich auch darin, ob Menschen sich in ihrem Zuhause gut aufgehoben und ernst genommen fühlen. Deshalb bitte ich um Ihre Zustimmung. – Vielen Dank! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU]

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