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Tino Schopf

SPD 21.05.2026 Sitzungen 19/86

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen spricht wichtige Punkte an. Die Menschen in der Stadt spüren die aktuelle Kostensteigerung ganz konkret, insbesondere bei den Energie- und Spritpreisen. Es ist wichtig, dass Mobilität bezahlbar bleibt, gerade für Familien, Azubis, Studierende, Senioren und die vielen Pendler. Das Deutschlandticket war und ist eine der besten Ideen der damaligen Ampelregierung. Es hat den Tarifdschungel vereinfacht und Millionen Menschen einen einfachen Zugang zum öffentlichen Nahverkehr ermöglicht. Aktuell wird es von mehr als 14 Millionen Kunden genutzt. Das Deutschlandticket liegt mit 63 Euro preislich deutlich unter der VBB-Monatskarte für 113 Euro und dem Abo für knapp 81 Euro. Klar, ein noch günstigerer Preis ist noch attraktiver, und natürlich wünschen auch wir uns, dass mehr Menschen dauerhaft auf den ÖPNV in Berlin setzen. Gerade deshalb müssen wir darüber sprechen, wie sich die Kostenentwicklung künftig auf den Preis auswirkt und ob steigende Ticketpreise die Attraktivität wieder mindern könnten. Finanzierung, Wirkung und Realisierbarkeit, darum geht es im Detail. Das 9-Euro-Ticket von 2022 hat viele Menschen in Busse und Bahnen gebracht, aber wissenschaftliche Untersuchungen – auch das gehört zur Wahrheit dazu, Kollegin Hassepaß! – zeigen eben auch: Der dauerhafte Umstieg vom Auto auf die Schiene war damals vergleichsweise gering. Viele zusätzliche Fahrten waren Freizeitfahrten, die ohne das Ticket gar nicht stattgefunden hätten. Gleichzeitig waren die Züge überfüllt, die Infrastruktur massiv belastet und die Kosten enorm. Die 82 Millionen Tickets in den ersten drei Monaten schlugen als Teil des Entlastungspakets mit 2,5 Milliarden Euro zu Buche. Auch das gehört zur Wahrheit dazu, und deshalb reicht es eben nicht aus, jetzt einfach nur „9 Euro!“ zu rufen.

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