Andreas Otto
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren hier im Saal und zu Hause an den Endgeräten! Wir sprechen hier im Plenum mal wieder über den BER. Das ist ja nicht ganz verkehrt, dass man das gelegentlich tut. Es ist um den Flughafen aber viel ruhiger geworden. [Lachen von Jörg Stroedter (SPD)] ‒ Der Kollege Stroedter lacht schon. Wir haben hier vor, ich sage mal, zehn Jahren sehr heftig und sehr viel öfter darüber gesprochen. Die AfD-Fraktion ist nun später dazugekommen. Das hat den Vorteil, dass man behaupten kann, man war nicht dabei. Das hat aber den Nachteil, dass man die Krisen der Vergangenheit nicht erlebt hat und eine neue Krise herbeiredet. Dafür gibt es keinen Grund und keine Berechtigung. [Beifall bei den GRÜNEN] Lassen Sie uns mal ein bisschen in die Zukunft schauen: Wie wird sich eigentlich der überregionale Verkehr entwickeln? ‒ Gerade haben wir die Krise, letztendlich eine Ölkrise, mit der Auseinandersetzung um die Straße von Hormus. Sie werden alle in der Zeitung gelesen haben, dass auch Flugbenzin teurer wird. Wir müssen auch hier ‒ als Gesellschaft, als Deutschland, als Europa ‒ irgendwie da hinkommen, dass wir von fossilen Brennstoffen wegkommen. [Frank-Christian Hansel (AfD): Ach Gott!] Wir haben eine Wasserstoffstrategie Berlin-Brandenburg. Die ist auch für das Flugwesen interessant. Auch Biokraftstoffe spielen eine Rolle, und wir werden, sage ich mal als zweiten Punkt, hoffentlich in zehn oder fünfzehn Jahren eine sehr viel bessere Bahnanbindung innerhalb Europas in ganz viele Städte haben. Man muss nicht überall hinfliegen. Nichtsdestotrotz: Auch wir als Bündnis 90/Die Grünen wissen, dass man einen Flughafen braucht. Das ist ja klar. Das ist eine Infrastruktur, die nötig ist. Aber ‒ und da sind wir hier im Saal vielleicht nicht alle einer Meinung ‒ man muss nicht jede Strecke fliegen. Ich bin letztes Jahr mit dem Ausschuss für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien mit dem Zug nach London gefahren. Das geht. Wir sind mit dem Zug nach Brüssel gefahren. Das geht. Man muss nicht überall hinfliegen. [Beifall bei den GRÜNEN ‒ Beifall von Dr. Michael Efler (LINKE)] Man muss dahin fliegen, wo man anders nicht hinkommt. Wir haben als Europa Abkommen abgeschlossen. Mercosur ist durchaus strittig, aber da muss man hinkommen. Die Wirtschaftssenatorin war in Indien; da muss man hinkommen. Das ist völlig klar. Da brauchen wir auch ein paar Flugzeuge. [Zurufe von Jörg Stroedter (SPD) und Rolf Wiedenhaupt (AfD)] Es gibt inzwischen ‒ ich habe das nachgeschlagen ‒ einen Airbus A350, der bis zu 19 000 Kilometer fliegen kann. Das heißt, Sie müssen auch diese Idee von den großen Drehkreuzen und so nicht unbedingt weiter verfolgen. All das geht, und das ist die Zukunft. Da müssen wir hin. [Frank-Christian Hansel (AfD): Amsterdam!] Vielleicht noch zur aktuellen Situation ‒ das hat, glaube ich, noch niemand gesagt: Die Flughafengesellschaft hat eine Umschuldung vorgenommen. Die ist gelungen. Die Banken haben da Schlange gestanden. Das haben wir zumindest im Ausschuss so gelernt. Die Banken haben Schlange gestanden, weil das Ding gut läuft. Seit fünf Jahren läuft das ganz gut. Und sie haben uns knapp 60 Millionen Euro bei der letzten Tranche des Zuschusses erspart: Wir haben mit dem letzten Haushalt 60 Millionen Euro gespart. Wir mussten nur 185 Millionen und nicht 244 Millionen Euro überweisen. Das ist ein richtig großer Erfolg. Reden Sie das nicht schlecht. Hören Sie nicht auf irgendwelche Leute von Ryanair. Die wollen etwas für sich herausschlagen. Da kann man drüber hinwegsehen. [Frank-Christian Hansel (AfD): Amsterdam, Herr Otto!] Der Flughafen läuft, und wir sind froh darüber, dass das seit fünf Jahren so geht, denn wir haben vorher viel Schlimmes erlebt. Das ist besser geworden. Insofern: Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [Beifall bei den GRÜNEN ‒ Vereinzelter Beifall bei der LINKEN ‒ Frank-Christian Hansel (AfD): Sie müssen mal nach Europa gucken! Das war ja nicht meine Idee!]
