Stephan Standfuß
Nein, danke! [Werner Graf (GRÜNE): Ooch!] Aber wir haben unterschiedliche Wege, wie wir dahin kommen, und wir gehen fest davon aus, dass unsere Wege die richtigen sind und Ihre leider falsch. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens: Zentralismus – die Anträge setzen auf neue Fonds, neue Stellen, neue zentrale Strukturen, doch Inklusion entsteht nicht am Schreibtisch. Sie entsteht vor Ort in unseren Vereinen. Was hilft dem kleinen Sportverein in Spandau oder Marzahn oder Hellersdorf wirklich? – Nicht ein weiterer Bericht, nicht ein weiterer Fonds mit komplizierten Anträgen, sondern konkrete Unterstützung, Qualifizierung und flexible Lösungen. Zwei zentrale Dolmetscherstellen, wie in Ihren Anträgen gefordert, lösen nicht die Realität von Hunderten von Sportvereinen. Unser Ansatz ist: Stärkung der Vereine und Abbau der Bürokratie. [Beifall bei der CDU] Zweitens: Unklare Finanzierung – alle drei Anträge eint: Sie sind finanziell nicht sauber unterlegt. Wir reden über neue Strukturen, zusätzliche Stellen, umfassende Berichtspflichten und weitreichende bauliche Anforderungen. Gleichzeitig wissen wir aber, dass wir insgesamt über 400 Millionen Euro Sanierungsstau bei unserer Infrastruktur haben. Das passt nicht zusammen. Wer neue Verpflichtungen beschließt, ohne zu sagen, wie sie finanziert werden sollen, der betreibt keine Verantwortungspolitik, sondern Wunschdenken. Das kann man sich maximal in der Opposition leisten. [Vereinzelter Beifall bei der CDU] Drittens: Sie erklären den Vereinen Ihr Misstrauen. Besonders merkt man das im Antrag der Linken, „ Inklusion verbindlich machen “. Fördermittel sollen nur noch fließen, wenn umfassende Inklusionsstandards erfüllt sind. Daraus spricht ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber den Vereinen, denn nicht jeder Verein kann sofort alle Standards erfüllen, nicht jeder kann komplexe Nachweise erbringen, und nicht jeder hat die personellen Ressourcen dafür. An der Stelle möchte ich mal ganz herzlich den Ehrenamtlichen in den Vereinen danken, die alles daransetzen, dass die Vereine funktionieren und sich nebenbei noch um die Themen Inklusion und Barrierefreiheit kümmern. Ich war gestern auf zwei Mitgliederversammlungen, da waren genau diese Themen immer mit dabei, bei dem einen großen Verein und bei dem anderen großen Verein. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Ehrenamtlichen! [Beifall bei der CDU]
