Stephan Standfuß
Ich habe das so direkt nicht gelesen, aber wie auch immer, sei es drum, wir haben ganz viele Ängste von Ihnen in dem Antrag. Es geht zum Beispiel um die Haushaltszahlen. Da sagen Sie: Aha, es gibt möglicherweise Sparmaßnahmen und aufgrund der Sparmaßnahmen dann willkürliche Kürzungen. – Ich will Ihnen ein paar Haushaltszahlen ganz kurz noch mal zu Gemüte führen: Der Haushaltsplan 2026/2027 stellt den Berliner Bäder-Betrieben Zuschüsse für 2026 von 78,2 Millionen Euro zur Verfügung, 2027 in Höhe von 80,2 Millionen Euro. Hinzu kommen Sondermittel des Bundes in Höhe von 40 Millionen Euro für den Neubau von Schwimmbädern und für Investitionszuschüsse an die Berliner Bäder-Betriebe. Damit nicht genug, aus dem Klimapaket stehen insgesamt 204 Millionen Euro bis 2030 für Sanierung, Umrüstung und Modernisierung für Bäder zur Verfügung. Für 2026 sind hierfür bereits circa 14 Millionen Euro eingeplant, für 2027 48 Millionen Euro im Haushalt entsprechend hinterlegt. Weitere Mittel kommen aus den Fraktionstickets, die wir vereinbart hatten, jeweils noch einmal 3 Millionen Euro für die Bäder-Betriebe, dazu eine Machbarkeitsstudie für das Kombinat Marzahn-Hellersdorf, 50 000 Euro, und für Ertüchtigungsmaßnahmen des Strandbads Wannsee 500 000 Euro. Also mal unter uns gesagt – das ist die größte Summe Geld, die die Bäder-Betriebe jemals bekommen haben. Darauf können wir auch ein bisschen stolz sein. [Beifall bei der CDU – Beifall von Dennis Buchner (SPD)] Es ist sogar so viel Geld, dass die Bäder-Betriebe selbst sagen, wenn all diese Wasserstunden am Ende nach den Investitionen zur Verfügung stehen, dann fehlt es wahrscheinlich wieder an konsumtiven Mitteln, denn die ganzen Bäder müssen am Ende ja auch betrieben werden. Dann haben wir den Bädervertrag nicht nur erfüllt, sondern weitaus übererfüllt. Das gab es vorher noch nie, insofern ist das tatsächlich eine einmalige Geschichte. Zu den Besucherzahlen aus den letzten Jahren sagen Sie, 22 Grad Stütztemperatur hätten im letzten Jahr dazu geführt, dass es weniger Besucher gab. – Das ist bereits von den Bäder-Betrieben widerlegt. 2024 war sicherlich eines der wetterbedingt besten Jahre. Mit 1,9 Millionen Besuchern war das eine Rekordsumme bei den Sommerbädern. 2025 – jeder erinnert sich – war das Wetter leider nicht so gut, und deshalb sind nur 1,4 Millionen Badegäste in die Sommerbäder gegangen. Dieser Rückgang ist aber zu 98 Prozent eben aufgrund der Wettersituation entstanden und nicht aufgrund der Stütztemperaturen. Um das vielleicht einigen hier noch mal zu erklären: Bei der Stütztemperatur geht es tatsächlich um die wenigen Tage am Anfang der Sommersaison und um die wenigen Tage am Ende der Sommersaison, wo die Lufttemperatur geringer als 22 Grad ist. Da stützt man die Bäder, indem man sie auf 22 Grad aufheizt. Wir haben aber genau an diesen Tagen auch nur sehr wenige Besucher in den Bädern. Wer an diesen Tagen mal selbst schwimmen geht, sieht dann zwei, drei Leute, die eh meistens sportlich unterwegs sind mit Neoprenanzug, um sich entsprechend zu schützen. Es ist nicht so, dass da die großen Massen baden gehen. Die großen Massen – und das sind am Ende auch die Angebote, die die Bäder-Betriebe machen –, die kommen ab 25 Grad in die Sommerbäder, und die sind von der Stütztemperatur gar nicht betroffen. Es gibt aktuell sechs Badestandorte, in denen saniert wird. Alle anderen stehen übrigens den Vereinen oder zum Schwimmen lernen oder auch der Öffentlichkeit ordnungsgemäß zur Verfügung. Das Thema Saunen sprechen Sie in Ihrem Antrag an. Die gehören übrigens nicht zur Daseinsvorsorge. Die müssen wirtschaftlich betrieben werden, und das machen die Bäder-Betriebe in ihrer Preisstruktur auch so. Ansonsten vielleicht noch mal ganz kurz zu den Preisen: Es gibt sehr kostengünstige Eintrittspreise. Ich sage nur mal Bade-Kategorie 1: drei Personen ganztägig für 13 Euro, Bade-Kategorie 3: drei Personen ganztägig für 10,50 Euro. 90 Minuten können Sie für 4,50 Euro in den entsprechenden Kategorien baden gehen oder sogar für 2,80 Euro ermäßigt.
