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Dr. Michael Efler

LINKE 18.12.2025 Sitzungen 19/77

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Jetzt können wir uns vielleicht alle wieder ein bisschen beruhigen. Ich will zu zwei Themen der Stadtentwicklung sprechen, die noch gar nicht wirklich behandelt worden sind, nämlich zur Nachnutzung der beiden ehemaligen Flughäfen Tegel und Tempelhof. Tegel ist mit seinem ikonischen, denkmalgeschützten Gebäude, den Plänen für das Schumacher Quartier, der Urban Tech Republik, dem Landschaftspark und auch dem dringend benötigten Umzug der Berliner Hochschule für Technik ein besonderer Ort. Es gibt ein großes Potenzial zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, zur Ansiedlung von innovativem Gewerbe und Wissenschaft und zur Schaffung von Erholungsflächen. Das ganze Projekt ist gehörig ins Schlingern geraten. Die Umsetzung verzögert sich, die Kosten explodieren und verdoppeln sich, und die BHT kann vermutlich erst fünf Jahre später ihr Domizil in Tegel aufschlagen. Hier hat der Senat, und das begrüßen wir ausdrücklich, Gelder über das Sondervermögen mobilisiert. Er kann damit zumindest einige Löcher stopfen. Tempelhof entwickelt sich genau gegenteilig. Das Tempelhofer Flughafengebäude ist ebenfalls einzigartig, eines der größten Gebäude Europas. Auch hier gibt es ein Riesenpotenzial und ausreichend Nutzungsideen: Kultur, Ansiedlung von Verwaltung, Handwerk, Atelierwohnen. Aber auch hier hakt es. Ein Drittel des Gebäudes steht leer, und es gibt einen riesigen Sanierungsstau und übrigens 5 000 Schadensmeldungen in einem einzigen Jahr. Was macht der Senat hier? – Nichts. Er stellt weit weniger als die benötigten Gelder für die Sanierung zur Verfügung und kürzt sogar noch 1 Million Euro. Das ist verantwortungslos. Es wird riskiert, dass Räume, vielleicht sogar ganze Gebäudeteile, gesperrt werden müssen. Perspektivisch erhöht dies die Kosten, weil wir in späteren Jahren mit höheren Baukosten noch mehr Geld in die Hand nehmen müssen, allein schon, um die Sicherheit der dort arbeitenden Menschen zu gewährleisten. Daher muss mehr Geld in die Hand genommen werden, wenn das Flughafengebäude eine Perspektive haben soll. Dieser Haushalt leistet das nicht. – Danke schön! [Beifall bei der LINKEN – Torsten Schneider (SPD): Der Wortbeitrag hatte strategische Tiefe!]

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