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Tommy Tabor

AfD 25.09.2025 Sitzungen 19/71

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kollegen! Linke und Grüne träumen den ewigen Traum von der Einheitsschule. Früher war es die Gesamtschule, heute die Gemeinschaftsschule. Die Grünen – das wurde ja schon von Herrn Krüger angesprochen – haben im Sommer eine Potenzialstudie zu Gemeinschaftsschulen vorgelegt. Matthias Sandau vom Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie, das die Studie durchgeführt hat, sieht Vorteile bei Gemeinschaftsschulen – ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin – „für Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien“ – Zitat Ende –. Ich frage aber: Was ist denn mit den restlichen Kindern? Es gibt einen Vorteil für Kinder aus sozioökonomisch schwachen Elternhäusern, aber was ist mit den restlichen Kindern? Wie profitieren, bitte schön, die davon? Auch hochbegabte Kinder haben ein Anrecht auf bestmögliche Förderung, und dies geht nur durch ein differenziertes Schulsystem. [Beifall bei der AfD] Es mag sein, dass leistungsschwächere Kinder – und das bestreite ich auch gar nicht – durch gemeinsames Lernen mit leistungsstärkeren Kindern zur Mitte hingezogen werden. Dies gilt aber auch umgekehrt für leistungsstarke Kinder. Diese werden auch zur Mitte hinuntergezogen, aber eben nach unten. Es ist nicht die Aufgabe von besonders talentierten Schülern, schwächere Schüler mitzuziehen. [Zuruf von Dr. Manuela Schmidt (LINKE)] Damit machen Sie leistungsstarke Schüler gleichsam zu einer Art Hilfslehrer im Unterricht und negieren die ureigenen Bedürfnisse und Rechte dieser talentierten Kinder. [Beifall bei der AfD – Zuruf von Carsten Ubbelohde (AfD)] Ihnen geht es nicht um größtmögliche Bildungserfolge, es geht Ihnen um Bildungsgerechtigkeit; eine vermeintliche Gerechtigkeit, denn die ausschließliche Fokussierung auf die Gruppe der Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern ist eben nicht gerecht. [Steffen Zillich (LINKE): Was für ein Quatsch!] Was hat es denn mit den angeblichen Erfolgen der guten Evaluationsergebnisse der Gemeinschaftsschulen auf sich? – Überproportional viele Gemeinschaftsschulen sind private Schulen mit einer bildungsbürgerlichen Klientel. [Steffen Zillich (LINKE): Was für ein Quatsch!] Hier liegt der Erfolg nicht an der Organisationsstruktur als Gemeinschaftsschule, sondern an der Zusammensetzung der Schülerschaft; meistens homogen. [Steffen Zillich (LINKE): Was für ein Quatsch!] Dann gibt es natürlich noch die öffentlichen Gemeinschaftsschulen. Da ist zum Beispiel der Campus Efeuweg, in der Presse durchaus negativ aufgefallen durch Intensivtäter, die die Schule mit Gewalt überziehen. Da ist der Grüne Campus Malchow, wo Messergewalt an der Tagesordnung ist. Ein Schüler dieser Gemeinschaftsschule hat vor ein paar Jahren einfach seine Mitschülerin mit 20 Messerstichen abgestochen. Wollen Sie denn, dass unsere klügsten Köpfe und – so Gott will – die Erfinder und Professoren von morgen an solche Schulen gehen? Gerade die strebsamen Schüler – und Sie werden sich bestimmt noch an Ihre Schulzeit erinnern – sind dann doch meist die Mobbingopfer. Ich halte ehrlich gesagt auch nichts davon, Erstklässler mit Oberstufenschülern auf einen Schulhof zu stellen. Der Altersunterschied ist dann doch irgendwie viel zu groß. Dann gibt es natürlich noch öffentliche Gemeinschaftsschulen. Es wurde schon die Wilhelm-von-Humboldt Gemeinschaftsschule erwähnt, die letztes Jahr den Schulpreis gewann. Öffentlichkeitswirksam wurde das natürlich ausgeschlachtet. Bei dieser Gemeinschaftsschule – und das, Frau Brychcy, haben Sie natürlich nicht erwähnt – handelt es sich um eine Schule im Prenzlauer Berg mit einem für Berlin äußerst geringen ndH-Anteil, nämlich 14,2 Prozent, [Rolf Wiedenhaupt (AfD): Hört, hört!] und die Eltern dieser Kinder nicht deutscher Herkunftssprache – kann man alles nachschauen – kommen überwiegend aus Teilen Europas. An eine solche Schule schicken Linke und Grüne vorzugsweise gerne ihre Kinder. Auf der einen Seite einen auf Moral machen, aber andererseits genau gucken: Wo kann ich denn meine Kinder hinschicken? [Zurufe von Kristian Ronneburg (LINKE) und Dr. Michael Efler (LINKE) – Weitere Zurufe von links] Lange Anfahrtswege, das sehen wir genauso, von über einer Stunde sind absolut nicht zumutbar. Stattdessen brauchen wir Kiezschulen, da sind wir uns einig. Der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule bedeutet ungeheuren Stress für Kinder und Eltern. Auch an diesem Punkt haben wir durchaus einen Konsens. Selbst Schüler, die mit Bestnoten von der Grundschule kommen, bekommen keinen Platz auf ihrer Wunschschule. Aber woran liegt das nun wieder? – Es liegt daran, dass es immer noch ein Kontingent an Schulplätzen gibt, das nicht aufgrund von Leistung, sondern durch Lose vergeben wird. [Beifall bei der AfD] Hier liegt ein weiteres Problem, und das bedeutet: Wir brauchen mehr Differenzierung nach Leistung, nicht weniger. Wir brauchen die schulische Selektion nach Leistung. Wir brauchen Schulen für praxisorientiertes Lernen, wir brauchen Schulen für die mittleren Talente, und wir brauchen Schulen für die Hochbegabten. Statt nur über Gemeinschaftsschulen zu sprechen, würde ich lieber darüber sprechen, wie wir einzelne Schulen in Berlin dazu ertüchtigen, Eliteschulen zu werden. Die AfD hält am differenzierten Schulsystem fest. Wir brauchen nicht eine Schule für alle, sondern die passende Schulform für alle. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [Beifall bei der AfD]

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