Dr. Claudia Wein
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste auf den Tribünen und an den Bildschirmen! Die psychische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen ist kein Randthema. Sie ist längst eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit, und sie ist es wert, dass wir ihr hier im Herzen der Berliner Politik die gebührende Aufmerksamkeit schenken. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Immer mehr junge Menschen leiden unter Angststörungen, Depressionen, Essstörungen oder Mediensucht. Die Ursachen sind vielfältig, von der Coronapandemie über den zunehmenden sozialen Druck bis hin zu Krisen, wie dem Klimawandel oder der Unsicherheit in einer sich ständig verändernden digitalen Welt. Wir, die Koalition, nehmen diese Entwicklung sehr ernst und bringen deshalb heute diesen Antrag ein, der ein wichtiges Signal sendet: Wir schauen nicht weg, wir handeln. Mit unserem Antrag fordern wir den Senat auf, die Position einer oder eines ehrenamtlichen unabhängigen Landesärztin oder Landesarztes für psychische und seelische Gesundheit mit dem Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche wieder einzusetzen. Diese Position existierte bereits bis 2021, und sie hat in der Vergangenheit eine wichtige Rolle als beratende Instanz für den Senat, als Stimme für betroffene Familien und als Brücke zwischen medizinischer Praxis, Politik und Verwaltung gespielt. Wir wollen diese Position neu definieren, mit einem klaren Fokus auf die seelische Gesundheit junger Menschen, denn eines ist klar: Wer heute psychisch krank ist, muss Hilfe bekommen und darf nicht durchs Raster fallen. [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD] Wir müssen früh erkennen, gezielt unterstützen und nachhaltig begleiten. Die Landesärztin oder der Landesarzt kann genau das leisten. Sie oder er bringt Expertise ein, erstellt Gutachten in komplexen Fällen, berät bei der Entwicklung von Konzepten und sensibilisiert Politik und Verwaltung für die Bedarfe dieser besonders verletzlichen Gruppe. Als CDU-Fraktion stehen wir – und stehen wir auch in der Koalition – für eine Gesundheitspolitik, die vorsorgt, vernetzt und Verantwortung übernimmt. Wir werden dieses Thema gemeinsam mit unserem lieben Koalitionspartner auch im Gesundheitsausschuss weiter mit Nachdruck verfolgen. Berlin braucht mehr als gute Absichten, Berlin braucht konkrete Maßnahmen, und mit diesem Antrag machen wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit! [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD]
