Lilia Usik
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Heute sprechen wir über ein Thema, das vielen von uns und mir persönlich sehr am Herzen liegt: die Stadtteilmütter in Berlin. Sie sind seit vielen Jahren unverzichtbare Stütze für Familien und Gemeinschaften in unserer Hauptstadt. Es ist eine wahre Erfolgsgeschichte, auf welche wir gemeinsam stolz sein können. Ich bin froh, dass es uns gemeinsam gelungen ist, trotz der nötigen Haushaltskürzungen im Haushalt eine Weiterbeschäftigung für die Stadtteilmütter zu sichern. [Vereinzelter Beifall bei der CDU und der SPD] An dieser Stelle gilt mein besonderer Dank unserer Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Katharina Günther-Wünsch, unserem Staatssekretär Falko Liecke und unserem Koalitionspartner SPD, insbesondere meinem Abgeordnetenkollegen Alexander Freier-Winterwerb, dafür, dass sie dieses Projekt tatkräftig und kontinuierlich unterstützen. [Vereinzelter Beifall bei der CDU und der SPD] Gemeinsam mit der SPD möchten wir als CDU-Fraktion die Stadtteilmütter auch weiterhin nachhaltig unterstützen und stärken. Bei den zukünftigen Stellenverteilungen soll darüber hinaus bewertet und berücksichtigt werden, wie die Bedarfe der Bezirke sich weiter entwickeln. Mit den neuen geplanten Unterkünften für Geflüchtete ist auch die Unterstützung der Stadtteilmütter für viele Familien mit Migrationshintergrund in den Bezirken aktuell noch wichtiger denn je. Aktuell haben wir über 240 Stadtteilmütter. Diese Zahl wollen wir in den kommenden Jahren weiter steigen sehen, um noch mehr Familien zu erreichen. [Vereinzelter Beifall bei der CDU und der SPD] Seit dem Beginn des Landesprogramms im Jahr 2020 sind jedes Jahr 30 neue Stadtteilmütter dazugekommen, und sie werden für ihre Aufgaben auch qualifiziert. Insgesamt konnte Berlin seit dem Programmbeginn also über 90 zusätzliche Stadtteilmütter gewinnen. Jahr für Jahr steigt die Zahl der erreichten Familien. Aktuell erreichen die Stadtteilmütter über 50 000 Familien in Berlin. Diese engagierten Frauen kommen selbst sehr häufig mit Migrations- und Flüchtlingshintergrund. Sie agieren als Brückenbauerinnen. Sie stammen häufig aus den gleichen Gemeinschaften, die sie unterstützen. Sie sprechen die Sprachen, sie kennen die Herausforderungen der Familien. Durch ihren Einsatz gewinnen die Familien Zugang zu wichtigen Informationen über Erziehung, Bildung, Gesundheit, Chancengerechtigkeit und soziale Rechte; Themen, die für viele Familien mit Migrationsgeschichte sonst schwer zugänglich sein können. Sie sind Vertrauenspersonen und sorgen dafür, dass auch die Schwächsten unserer Gesellschaft Unterstützung finden. Sie bauen Hemmungen ab und machen Mut, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Durch ihre enge Vernetzung mit lokalen Institutionen wie Schulen, Kitas, Familienzentren und Soziale Dienste können sie Familien gezielt an die richtigen Anlaufstellen verweisen. Durch ihre kontinuierliche Arbeit und ihr Engagement für die Familien gelingt es uns, über einen längeren Zeitraum zur erfolgreichen Integration der Familien beizutragen. Wir haben mit unserem Antrag das Ziel, dass die Stadtteilmütter langfristig aus dem Solidarischen Grundeinkommen in das Regelsystem überführt werden. So können wir sicherstellen, dass ihre Arbeit nachhaltig unterstützt wird. Sie leisten nicht nur einen unschätzbaren Beitrag zur Integration, sie selbst gewinnen an Selbstbewusstsein und entwickeln berufliche Perspektiven, die weit über ihre aktuelle Tätigkeit hinausreichen. Viele dieser Frauen sind selber zu Vorbildern in ihren Gemeinschaften geworden, die andere inspirieren und motivieren. Wir sehen also, dass dieses Programm nicht nur den betreuten Familien zugutekommt, sondern auch den Frauen selbst die Chance gibt, sich weiterzuentwickeln. Ich war die Tage beim Neuköllner Netzwerk Berufshilfe. Da waren mehrere Träger dabei, und ich wurde gefragt, ob uns klar ist, dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, gerade auch die präventive Arbeit, existenziell wichtig ist, um denen zu helfen, sich hier vor Ort erfolgreich zu integrieren. Noch ein Faktum: Eine erfolgreiche Prävention am Anfang macht teure Einsätze später unnötig. Durch die Arbeit der Stadtteilmütter werden Probleme wie Bildungsbenachteiligung, Gesundheitskosten oder soziale Isolation frühzeitig verhindert. Einsparungen durch Kürzungen können langfristig viel teurere soziale Probleme verursachen. Die Stadtteilmütter sind enorm wichtig für die gelungene soziale Integration in Berlin. Sie stärken den sozialen Zusammenhalt und tragen dazu bei, dass sich Menschen in unserer Hauptstadt unterstützt und wohlfühlen. Ihr Erfolg zeigt sich in zahlreichen positiven Rückmeldungen von Familien, Kitas, Schulen und Jugendämtern. Deshalb bitte ich Sie heute um die Unterstützung unserer Initiative. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Stadtteilmütter auch in Zukunft ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft bleiben! Ihre Arbeit ist eine Investition in die Zukunft Berlins, in die Stärkung des Zusammenhalts unserer Gesellschaft. – Vielen Dank! [Beifall bei der CDU und der SPD – Beifall von Dr. Bahar Haghanipour (GRÜNE)]
