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Marianne Burkert-Eulitz

GRÜNE 11.12.2024 Sitzungen 19/58

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir diskutieren seit vielen Jahren über die Verbesserung der Situation der Tagespflegestellen. Wir haben in Berlin die Tagesgroßpflege schon vor Jahrzehnten als Exportschlager in die ganze Bundesrepublik gebracht. Man muss einer Sache aber auch in die Augen schauen: Tagesgroßpflege war eigentlich mal als Nebenerwerb von Frauen in einem Häuschen am Rande der Stadt angedacht. Dass das nicht unbedingt der Realität hier in dieser Stadt entspricht, ist klar. Wer hat gerade noch ein paar Zimmer in seiner Wohnung frei, um dort auch noch Kinder aufzunehmen? – Wir wissen, wie hoch die Mietkosten sind, auch wenn es löblich ist, dass die Koalition da die Kosten gesteigert hat. Es ist aber nicht das erste Mal, dass versucht wird, die Attraktivität der Tagespflege zu verbessern. Das geht schon so lange – Herr Simon, Sie wissen das. In allen möglichen Konstellationen haben wir das schon ausprobiert und geguckt, dass das besser wird. Man muss aber auch zur Kenntnis nehmen, dass sich die Lebensrealität der Menschen verändert hat. Auch die Öffnung der Kita für viele Fachkräfte und die Möglichkeit, sich dort beruflich zu qualifizieren mit einem Quer- und Seiteneinstieg, ist für Fachkräfte mit pädagogischen Ambitionen attraktiver. Wenn sie die Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin machen, können sie dort mehr Einkommen generieren. Deswegen muss man genau gucken, was da tatsächlich die Möglichkeiten sind. Ich weiß, dass die Großtagespflegestellen, in denen Erzieherinnen und Erzieher selbstständig arbeiten, ein Erfolgsmodell sind. Wir sollten darüber diskutieren, ob wir die noch einmal ein bisschen mehr stärken können. Angesichts der Situation, in der wir sind, ist aber natürlich auch die Tagespflege ein Modell, das eher ein Nebenerwerb ist und nicht unbedingt mehr der Situation in der Stadt heute entspricht. – Vielen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN – Beifall von Katrin Seidel (LINKE)]

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