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Kristian Ronneburg

LINKE 05.12.2024 Sitzungen 19/57

Nein, danke! – Offenbar ist der Geist von Olympia aber in Berlin nicht ganz verschwunden. Alle Umfragen zu diesem Thema haben in den vergangenen Monaten ein durchweg negatives Bild der Berliner gegenüber einer olympischen Bewerbung gezeichnet. Die Berliner Stadtgesellschaft hat sich bereits zweimal lautstark gegen diesen Größenwahn gestellt. Da helfen auch keine Berliner Abende im Deutschen Haus in Paris, die die Steuerzahler 168 000 Euro gekostet haben. Erst recht helfen keine Beschwörungen, dass Olympia dann aber so richtig „einen Schub“ für Berlins Sport bringen wird. Das klingt sehr verräterisch, heute eine goldene Zukunft zu versprechen, wenn die Realität an der Basis eine völlig andere ist. Gucken Sie sich mal die Haushaltskürzungen im Sportbereich an! Da ist einiges im Argen. Ich will mich mal auf einen Aspekt konzentrieren, der mich besonders ärgerlich macht, wenn jetzt die Koalition versucht, uns zu verkaufen, dass sie gerade unter Druck geraten würde, keine Kombibäder mehr in Pankow, Marzahn-Hellersdorf realisieren zu können. Ja, schönen Dank auch! Die Marzahn-Hellersdorferinnen wollten ein Freibad, Sie wollten ein Kombibad. Die wollten jetzt keine Typenschwimmhalle. Das ist jetzt sozusagen die große Wohltat, die uns die Koalition hier versprechen will, wo sie noch vor Monaten gesagt hat: Das kommt alles in die Investitionsplanung. – Erst den Dicken machen und dann der Schlag ins Gesicht. Das ist richtig unfair, unsolidarisch und unsozial gegenüber den Menschen, die auf diese Infrastruktur angewiesen sind. [Beifall bei der LINKEN] Man hat ja so ein bisschen den Eindruck, dass Sie damit von ihrer Pleiten- und Kahlschlagpolitik ablenken wollen. Da hilft auch nichts zu sagen: Da muss nicht viel gebaut werden. – Wir wissen alle, dass die Sportstätten in Berlin erst olympiatauglich gemacht werden müssen. Und natürlich kommen dann noch andere Baustellen hinzu, Sicherheitsmaßnahmen, Nahverkehr. Damit will ich jetzt gar nicht anfangen. Als letzter Punkt: Erst recht lehnen wir eine Bewerbung Berlins ab, mit denen die Nazispiele von 1936 in der Erinnerungspolitik überschrieben werden sollen. Obwohl die Olympischen Spiele 1936 auch grandiose Bilder erzeugten, wie die vom Leichtathleten Jesse Owens, der die absurde und verbrecherische Rassenlehre der Nazis und Faschisten entlarvte, sind es vor allem die Bilder der NS-Propaganda, die die Erinnerung daran prägen. Olympia 1936 in Berlin, das ist ein Berlin und ein Deutschland, das wir nicht noch einmal haben wollen. Und ich will auch in Erinnerung rufen, dass es mal eine Zeit gab, die gar nicht so lange her ist, da waren die Spiele 1936 Anlass für ein Gedenken, nicht, um Anlässe und Jubiläen zu feiern.

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