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Christian Zander

CDU 05.12.2024 Sitzungen 19/57

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es klingt so einfach: Wir führen eine Zuckersteuer ein, sofort geht der relevante Zuckerkonsum zurück, und die Gesundheit verbessert sich sofort; nicht sofort, nach ein paar Jahren. – Aber ist das tatsächlich so? Ich habe mir das mal etwas näher angeschaut. Wahrscheinlich nehmen Sie auch Bezug auf die Emmert-Fees-Studie. Nach deren Aussage mag es tatsächlich so klingen, dass die Einführung einer Zuckersteuer als Erfolg gewertet werden kann; allerdings gibt es auch noch andere Studien zu dem Thema. So gibt es zum Beispiel aus diesem Jahr ein Review von der Uni Heidelberg, die diese Emmert-Fees-Studie ausgewertet hat, und es gibt auch noch andere Untersuchungen, zum Beispiel zu anderen Ländern, wo es die Zuckersteuer schon gibt wie Dänemark oder England. Wie kann man den Erfolg der Einführung einer Zuckersteuer bewerten, anhand welcher Parameter? – Da wäre zum einen der Rückgang des Zuckerkonsums pro Kopf. In England kam heraus, dass es ungefähr 15 Gramm weniger Zuckerkonsum pro Woche gibt. In dem Review wurde dazu kommentiert: Dies ist ein klinisch nicht relevanter Effekt. – Zum Vergleich: 15 Gramm pro Woche; wenn Sie eine Flasche Cola trinken, haben Sie 36 Gramm aufgenommen. Das ist pro Woche also schon relativ wenig. Ein weiterer Parameter könnte die Fettleibigkeit sein. Wie hat sich die entwickelt? – In England, wurde in dieser Studie gesagt, sei die Prävalenz etwas zurückgegangen. Aber de facto heißt das: Es hat niemand abgenommen, nur die Gewichtszunahme war geringer als erwartet. Vergleicht man diese Entwicklung von England mit der Entwicklung in Deutschland im selben Zeitraum, muss man feststellen, in Deutschland ist die Adipositasentwicklung noch positiver gewesen als in England, ohne dass wir eine Zuckersteuer hätten. Man könnte auch noch sagen, das alles ist nicht so aussagekräftig; wir schauen mal direkt hinein. Es gab eine Interventionsstudie mit zwei Vergleichsgruppen. Die eine Gruppe hat über zwei Jahre keine zuckerhaltigen Getränke zu sich genommen, die andere Gruppe hat dies getan. Man hat dann den Body-Mass-Index – BMI – der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer verglichen und festgestellt: Der Unterschied beträgt nach 2 Jahren 0,3 BMI-Punkte. Dies ist eine statistisch nicht signifikante Veränderung. Insofern bin ich skeptisch gegenüber dieser Debatte, zumal auch die Anzahl der Diabeteserkrankungen nicht nachweisbar abgenommen hat, und in der Gesamtbevölkerung, wenn man nicht nur die Kinder anschaut, auch weiter zugenommen hat. In einer Zeit, in der wir viel mit Preiserhöhungen zu tun haben, in der wir Debatten darüber haben, dass der Fleischkonsum verteuert werden sollte, und in der Abwägung, dass man keine wirklich messbaren Effekte feststellen kann, führt meine Abwägung zu dem Ergebnis, dass wir dieser Zuckersteuer, in welchem Modell auch immer, nicht zustimmen würden. Ein guter Weg wäre es aber vielleicht, auch weiter Anreize für die Firmen zu schaffen, noch mehr Zero-Produkte oder überhaupt Zero-Produkte anzubieten.

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