Kerstin Brauner
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die herausragende Lehre und Forschung in Berlin hängt vor allem von einem ab: von klugen Köpfen. Daher muss es als renommierte Hochschul- und Wissenschaftsstadt unser Ziel sein, die besten Köpfe zu gewinnen, zu halten und auszubilden. Es braucht eine gut austarierte Strategie, um Talente zu fördern und für Berlin zu begeistern. Unsere Stadt hat hierfür bereits sehr gute Rahmenbedingungen und Angebote geschaffen. Der vorgelegte Gesetzesentwurf zur Fortschreibung des Berliner Hochschulrechts liefert wichtige Impulse, die dazu beitragen können, den Hochschulstandort Berlin weiterzuentwickeln. Auch in Zeiten angespannter Haushalte muss es unser Ziel sein, gute Rahmenbedingungen für Wissenschaftler auszubauen. [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD] Daher komme ich zu dem ersten wichtigen Punkt, dem Promotionsrecht an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, den sogenannten HAW. Es braucht daher vor allem die Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs. Hierbei stellt das Promotionsrecht an Hochschulen für angewandte Wissenschaften einen wichtigen Baustein dar. Mit der Etablierung dieses Promotionsrechts schließt Berlin zu anderen Bundesländern auf, denn mittlerweile bietet die Hälfte der Bundesländer bereits ein Promotionsrecht an HAW beziehungsweise Fachhochschulen an. Gerade forschungsstarke Hochschulen erhalten damit die Möglichkeit, junge Talente auszubilden. Doktoranden erhalten die Möglichkeit, anwendungsorientiert ihre akademischen Qualifikationen zu vertiefen. Die im vorliegenden Gesetzesentwurf vorgenommenen Konkretisierungen hinsichtlich der Promotionszentren, mit denen an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften Promotionen möglich sein werden, ist hierfür ein wichtiger Schritt. Bereits im März hat sich der Ausschuss für Wissenschaft und Forschung mit diesem Thema auseinandergesetzt und die Stimmen der Hochschulen gehört. Die Eindrücke, die uns die Hochschulen und Experten hier mitgegeben haben, gilt es nun auch in der Beratung des vorliegenden Gesetzes im Ausschuss einfließen zu lassen. Kommen wir zu dem zweiten wichtigen Punkt, der Gewinnung und Bindung von talentierten Professorinnen und Professoren. Vor dem Hintergrund der Talentgewinnung und -förderung sind auch die Änderungen in den Paragrafen 94 und 100 des Berliner Hochschulgesetzes zu sehen und im Ausschuss vertieft zu diskutieren, denn sie zielen darauf ab, Talente für Berlin zu gewinnen und langfristig an unseren Hochschulen zu halten. Auch das Halten ist wichtig. Das Gewinnen ist der erste wichtige Schritt, das Halten der zweite wichtige Schritt. [Beifall bei der CDU – Beifall von Marcel Hopp (SPD)] Angedacht sind hier zum Beispiel gezielte Ausnahmen für hochqualifizierte Professorinnen und Professoren im Aufstieg auf eine W3-Professur. Beispielsweise die Öffnung der Anforderungen für Professuren mit fachdidaktischem Schwerpunkt trägt dabei gleich mehreren Umständen Rechnung. Zum einen erkennt sie den Fachkräftemangel gerade im Bereich der Fachdidaktik an. Zum anderen sehen wir hier ebenfalls, dass sich die Karrierewege auch in der Hochschullandschaft diversifizieren und es immer wichtiger wird, Talente mit unterschiedlichen Hintergründen zu fördern. Dennoch dürfen dabei die Einstellungsvoraussetzungen qualitativ nicht abgesenkt werden. Kommen wir zum dritten Punkt, der Förderung des Spitzensports. Auch im Spitzensport gilt es, die besten Talente für Berlin zu gewinnen. Berlin ist nicht nur ein herausragender Standort für Hochschulen, sondern auch für den Spitzensport. Eine Förderung beider Bereiche ist daher von besonderer Bedeutung für unsere Stadt. Die über die Anpassung des Berliner Hochschulzulassungsgesetzes vorgeschlagene Vorabquote für Spitzensportler auch für konsekutive Masterstudiengänge auszubinden, ist in diesem Kontext zu sehen. Ich komme zum Schluss meiner Rede. Ich betone nochmals, gute Lehre und Forschung hängen vor allem von einem ab: von herausragenden Köpfen. Im Wissenschaftsausschuss sollten wir die im Gesetzesentwurf vorgelegten Eckpunkte vor diesem Hintergrund weiter diskutieren, denn unser Ziel muss es sein, Berlin als Wissenschafts- und Hochschulstandort stetig zu stärken und weiterzuentwickeln. – Vielen Dank! [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD]
