Franziska Brychcy
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Frau Günther-Wünsch! Leider setzen Sie auch im laufenden Schuljahr die Zweiklassenpolitik in den Berliner Schulen fort, indem Sie weiterhin auf eine zentrale Steuerung bei der Lehrkräfteeinstellung verzichten. Weniger als die Hälfte der 3000 neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen sind noch grundständig ausgebildet. Die Lehrkräfteausstattung und damit auch die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler sind je nach Bezirk und Schulart zunehmend ungerechter verteilt. In einzelnen Schulen, das wissen Sie selbst sehr gut, in Marzahn-Hellersdorf oder Spandau müssen aufgrund des Personalmangels Förderunterricht, Teilungs- und Profilstunden wegfallen, mit fatalen Folgen für die BildungsbiografienderSchülerinnenundSchüler. Die Kolleginnen und Kollegen sind natürlich auch nicht mehr inder Lage, Referendarinnenund Referendare oder Quereinsteigende auszubilden, werdendauerkrank, arbeiten nur noch in Teilzeit oder kündigen sogar. Wir haben wiederum letztes Schuljahr 1000 top ausgebildete Lehrkräfte lange vor der Rente verloren, die den Schuldienst verlassenhaben. DennochlehntdieCDU-geführteBildungsverwaltungdie Steuerung bei der Einstellung neuer Lehrkräfte ab. Und das mit fatalen Folgen: Das Gymnasium in Zehlendorf freut sich, und die Grundschule in Marzahn-Hellersdorf geht leer aus, um es plakativ zu formulieren. Deswegen fordern wir Sie mit unserem Antrag auf, das ungerechte Castingverfahren abzuschaffen, stattdessen ein zentrales Einstellungsverfahren einzuführen und Steuerungsmechanismen zu etablieren, sodass die gut ausgebildeten Lehrkräfte vorrangig auch an die Schulen kommen, wo dergrößtePersonalmangelherrscht. [BeifallbeiderLINKEN] Frau Günther-Wünsch, Sie hatten uns versprochen, dass es nach dem Wegfall der ProfilstundenII möglich wäre, dassmehrLehrkräfteandieBrennpunktschulenkommen. Aber leider ist das bis jetzt noch nicht umgesetzt. Bisher ist es so, dass es wegen des Mangels auch immer wieder vorkommt, dass zum Beispiel noch Studierende auch als Klassenleitungen eingesetzt werden. Das heißt, die Verzweiflung ist nach wie vor groß, und es braucht endlich Steuerung. Denn jedes Kind hat ein Recht auf gute Bildung, egal aus welchem Bezirk es kommt, auf welche Schule es geht. Gleichwertige Lebensverhältnisse für unsere Kinder und Jugendlichen bedeuten eben auch, dass sie in Marzahn-Hellersdorf oder Spandau genau die gleichen Chancen haben müssen, durch gut qualifiziertes Personal unterrichtet zu werden, wie in Zehlendorf oder Reinickendorf.Dasmussauchbedeuten,dassdieSchülerinnen und Schüler an einer Grundschule oder Gemeinschaftsschule oder integrierten Sekundarschule eine genauso gute Lehrkräfteausstattung und individuelle FörderunghabenwieandenmeistenGymnasien. [BeifallbeiderLINKEN] Heute haben Sie die Chance, für mehr Gerechtigkeit an unseren Schulen zu sorgen und die Steuerung wieder einzuführen, indem Sie als Koalition unserem Antrag zustimmen. – Danke! [BeifallbeiderLINKEN] PräsidentinCorneliaSeibeld: Vielen Dank! – Für die CDU-Fraktion hat die Kollegin KhalatbarijetztdasWort.
