Thorsten Weiß
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Berliner Schulen sind im bundesweiten Vergleich auf einem ähnlichen Sonderweg wie die Deutsche Bahn. Sie verlieren nicht nur Hunderte Lehrkräfte durch Berufsunfähigkeit und aufgrund massiver Kündigungen, es wollen auch immer weniger junge Menschen Lehrer werden. 695 Lehrerstellen sind immer noch unbesetzt, trotz Gehaltserhöhung, Verbeamtung und Brennpunktzulage. Es ist also nicht die Bezahlung, welche ursächlich für den aktuellen Lehrermangel ist, es sind die Zustände an den Berliner Schulen, die den Lehrerberuf einfach unattraktiv machen. [Beifall bei der AfD] Diese Abwärtsspirale wird sich fortsetzen, denn die Lehrer von morgen sind die Schüler von heute. Wenn die meisten Schüler froh sind, nach ihrem Abschluss ihre Schule nie wieder betreten zu müssen, dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn keiner mehr Lehrer werden will. [Beifall bei der AfD] Die wenigsten entscheiden sich für den Lehrerberuf des Geldes wegen, die meisten entscheiden sich für diesen Beruf, weil sie eine Leidenschaft für ein bestimmtes Fach haben oder weil sie gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und ihnen etwas beibringen wollen. Leider muss man sagen, dass auch die CDU-Bildungssenatorin, die nun selber Lehrerin war, die großen Problemfelder in dem Bereich nicht angeht, denn dass das sinkende Leistungsniveau mit steigenden Migrantenzahlen in den Klassen zusammenhängt, wird von ihr bestritten, und an der fehlgeleiteten Inklusionspolitik will sie wie die SPD festhalten. Fest steht, der Lehrerberuf ist aufgrund Ihrer Politik, meine Damen und Herren von den Altparteien, anstrengender geworden. Er ist immer komplexer geworden und an vielen Schulen zu einem gesundheitlichen Risiko für Leib und Leben geworden. So darf es nicht weitergehen. [Beifall bei der AfD] Zu den bereits angesprochenen Problemfeldern Migration und Inklusion kommen der Bürokratismus, der Ganztag, die vollgestopften Lehrpläne, massiv heterogene Klassen, die Leistungsfeindlichkeit in unserem Schulsystem und dass Ideologie- statt Wissensvermittlung betrieben wird. Deswegen fordern wir in unserem Antrag ein Maßnahmenpaket, um diese Belastungsfaktoren endlich zu beseitigen, denn Lehrkräfte sollen das tun dürfen, wofür sie ausgebildet wurden – unterrichten und Bildung vermitteln. Dazu gehört, dass Respekt vor dem Lehrer und die Achtung seiner Autorität Grundvoraussetzung für den Schulfrieden und damit für ein erfolgreiches Lernen sind. Gewalt gegen Lehrer, wie sie immer häufiger stattfindet, muss aufs Schärfste unterbunden werden. Wir fordern eine Nulltoleranzpolitik gegen jede Missachtung der Autorität von Lehrern und die sofortige Ausschulung bei Gewaltvorfällen. [Beifall bei der AfD – Zuruf von Katalin Gennburg (LINKE)] Die Strategie der Brennpunktschulen ist gescheitert. Brennpunktschulen benötigen nicht mehr Geld, sie brauchen einen Plan, eine Vision, Disziplin, Ordnung und klare Regeln, wie die Bergius-Schule zum Beispiel, die sich dank ihres Schulleiters von einer Problemschule zu einer Vorzeigeschule gewandelt hat, was wiederum zu einem guten Arbeitsklima führte, welches sich unter den Lehrern herumsprach, die dann sogar von anderen Schulen dorthin versetzt werden wollten. Das war im Jahr 2011. Wie viele Vorzeigeschulen nach dem Vorbild der Bergius-Schule hätten wir jetzt schon haben können, wie viele Brennpunktschulen weniger, wenn man sich diese Schule zum Vorbild genommen hätte! Nichts ist passiert. [Beifall bei der AfD] Dazu kommt, dass die Verleugnung der Migrationsrealität nach wie vor das Hauptproblem im Berliner Bildungssystem ist. Der Sprachunterricht in Berlin ist gescheitert, viele Schüler sprechen kaum Deutsch. Das heißt, wir brauchen in einem ersten Schritt Deutsch-Garantie-Klassen und darüber hinaus Migrantenquoten und eine parallele Beschulung von Flüchtlingskindern. Wenn es Klassen gibt, in denen nur noch zwei deutsche Kinder unterrichtet werden oder gar keine mehr, dann läuft etwas gewaltig schief. [Beifall bei der AfD] Wir fordern darüber hinaus, die radikale Inklusion endlich zu beenden. Eine Inklusion ohne Rücksicht auf die Belastungen der Lehrer und Mitschüler ist ein ideologischer Irrweg und muss gestoppt werden. [Katalin Gennburg (LINKE): Pfui!] Wir fordern eine Inklusion mit Augenmaß, die Lehrer und Schüler nicht überfordert. Dazu muss auch das bewährte Förderschulsystem wieder ausgebaut und gesichert werden. [Beifall bei der AfD] Hören Sie endlich auf, Symptome zu bekämpfen und beseitigen Sie mit unserem Antrag die Ursachen für den Lehrermangel, denn nur so kann die Bildungswende in Berlin gelingen. – Vielen Dank! [Beifall bei der AfD]
