Lilia Usik
Vielen Dank für Ihre Frage, Frau Schedlich. Es ist tatsächlich sehr wichtig, dass wir alle verstehen, dass viele Kinder und Jugendlichen trotzdem die aktuellen gesetzgeberischen Initiativen umgehen können, wenn sie an Wetten teilnehmen wollen. Es gibt auch leider internationale Anbieter, die im Internet zugänglich sind und die auch nicht unter deutschen Werbebeschränkungen agieren. Und da, in meinen Augen, ist es wichtig, dass wir deutschlandweit, international und europaweit auch mehr Kooperationen ins Leben rufen, damit diese Werbung auch eingeschränkt wird. Aber mir ist auch klar, dass viele Kinder und Jugendliche trotzdem die Wege finden werden, um an Sportwetten teilzunehmen. Ob es finanzieller Gewinn ist, ob es nur Spaß ist oder Zugehörigkeitsgefühl mit der Gruppe der Gleichaltrigen, die Gründe können sehr unterschiedlich sein, aber die Problematiken sind sehr gravierend, und das ist mir auch klar. Was wir als Berlin bereits jetzt tun, haben Sie auch auf die Schriftlichen Anfrage vom letzten Jahr als Antwort bekommen von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Wir haben eine breite Palette an Angeboten für die Prävention und auch für frühes Intervenieren. Es gibt auch viele Träger, die sich damit bereits sehr erfolgreich auseinandersetzen. Man kann das auch in Newslettern lesen oder, wenn man die Termine und Veranstaltungen von diesen Trägern besucht, um nur einige zu nennen. Es gibt zum Beispiel die pad gGmbH, es gibt den KARUNA e. V. und es gibt auch die Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH, und die sind hier besonders aktiv, aber genießen auch einen guten Ruf. pad gGmbH bietet eine Reihe von Maßnahmen an, darunter Parcours – „abgezockt“ für Jugendliche ab 14 Jahre –, aber auch viele interaktive Methoden zur Sportwettenprävention. Es gibt auch Kinderbücher dazu, und es gibt auch Umfragen zu Glücksspiel im Kinderzimmer. KARUNA prevents und die Fachstelle für Suchtprävention organisieren ebenfalls Workshops und Veranstaltungen für Schulklassen, um ein Bewusstsein für die Risiken von Glücksspiel zu schaffen, einschließlich Sportwetten. In Bezug auf E-Sportwetten: Da ist natürlich eine neue Grundlage, die wir auch brauchen. Die werden aktuell situationsbedingt thematisiert. Aber hier sehe ich auch zum Beispiel Luft nach oben, und da könnte man auch jetzt mal in die Richtung konkreter Maßnahmen gehen. Sie sehen also, wir brauchen nicht unbedingt die legislativen Änderungen in diesem Bereich, aber wir brauchen natürlich eine sehr konsequente Durchsetzung der aktuellen Regelungen. Da ist meine konkrete Antwort, also nicht jetzt irgendwie dafür Gesetze zu ändern, sondern tatsächlich die Durchsetzung der aktuellen gesetzlichen Vorschriften zu fordern und umzusetzen. Der Antrag ist tatsächlich sehr gut gemeint, aber in meinen Augen sind die Forderungen schon bereits heute Realität. Da uns aber als CDU-Fraktion dieses Thema sehr wichtig ist und sehr am Herzen liegt, wollen wir die Aspekte des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor den Gefahren der Sportwettsucht umfangreich in den Ausschüssen besprechen und bei Bedarf natürlich weitere Maßnahmen ergreifen. Dafür stehen wir natürlich gerne allen zur Verfügung, und wir freuen uns auf die Diskussion in den Fachausschüssen. – Vielen Dank! [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD]
