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Robert Eschricht

AfD 06.06.2024 Sitzungen 19/49

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kollegen! Liebe Berlinerinnen und Berliner! Heute geht es um die musikalische Bildung und wie wir unsere kostbare Musikschullandschaft als zentralen Bestandteil der musischkünstlerischen Erziehung erhalten können. Es gilt, die Musikschullehrer ins Zentrum der musikpolitischen Bemühungen zu stellen und ihre Position zu stärken, denn Bildung bedeutet Zukunft. Unsere Musik und das gemeinsame Musizieren ist ein essenzieller Bestandteil unserer Identität und trägt maßgeblich zum kulturellen Reichtum und zum sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt bei. [Beifall bei der AfD] Deshalb tragen wir dem Senat folgendes Anliegen an: Augen auf bei der Kulturförderung! Nicht nur die kulturellen Leuchttürme, nicht nur Kunsthandwerk auf der Industriebrache, sondern den gesellschaftlichen, vielleicht sogar zivilisatorischen Auftrag annehmen und eine Teilhabe an deutscher Musikkultur in der Breite der Bevölkerung zu ermöglichen! Seit Jahrhunderten gilt, neben der Philosophie und der Poesie, die Musikalität als dritte Säule deutscher Geistesgröße. Der deutsche Genius ist mit Bach, Brahms, Beethoven, Schubert, Schumann oder Wagner europäischer, ja unbestreitbar deutscher Beitrag zum Weltkulturerbe der Menschheit. [Beifall bei der AfD] Darauf, dass Deutschland Kulturnation ist, können wir gerne und auch über den „Stolzmonat“ hinaus zu Recht stolz sein. Ausgangspunkt all dieser Errungenschaften war immer die musikalische Jugendarbeit, war die musikpädagogische Früherziehung durch echte Fachkräfte. Dennoch ist kein Meister vom Himmel gefallen. Deshalb müssen wir uns der Musikschullehrerinnen und -lehrer annehmen. Diese haben sich mit großem Idealismus und viel Leidenschaft der musikalischen Erziehung gewidmet und sehen nun einer unsicheren Zukunft entgegen und das, obwohl das Herrenberg-Urteil des Bundesozialgerichts eigentlich ihre Position gestärkt hat. Die bundesweite, explorative Studie MULEM-EX. erforscht den Musiklehrkräftemangel und zeigt akute Problemstellungen auf, die keinen Aufschub erlauben. Es ist daher unsere Pflicht, allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zur musikalischen Bildung zu ermöglichen. [Beifall bei der AfD] Unser Antrag „Jedem Kind ein Musikinstrument, jedem Musikschullehrer guten Lohn“ setzt genau hier an und fordert ein umfassendes Landesprogramm zur Förderung der musikalischen Bildung. Studien belegen, dass das Erlernen eines Instruments nicht nur die kognitiven Fähigkeiten fördert, sondern auch Verständnis für Harmonie, Melodie und Taktgefühl. Eine musikalische Ausbildung erfordert und vermittelt Disziplin und Selbstwirksamkeit. Deshalb ist der Tenor unseres Antrags: Lassen Sie die deutsche Hochkultur und die deutschen Tugenden in Berlin nicht im Stich! [Beifall bei der AfD] Degradieren Sie Musikschulen nicht zu Bittstellern, die auf private Spendenbereitschaft angewiesen sind, sondern nehmen Sie Ihre Verantwortung für die kulturelle Entwicklung der verborgenen Talente unserer Nation wahr. Stand jetzt stehen 20 000 Berliner Kinder auf den Wartelisten. Bewahren Sie die Berliner Musikschulen davor, an den Klippen einer falschen haushälterischen Schwerpunktsetzung zu zerschellen. Auch in der Kulturpolitik macht der Ton die Musik. Sparen Sie stattdessen bei der Förderung linker Klientelprojekte, bei künstlerisch fragwürdiger Skurrilität, bei handwerklich schlecht gemachtem Politikkitsch! Sparen Sie beim Angebot des organisierten Selbsthasses und bei den Profis für Unterwerfungsrituale! [Beifall bei der AfD] Deshalb hoffen wir, dass unser Antrag auf fruchtbaren Boden fällt. Lassen Sie uns dafür sorgen, dass jedes Kind die Chance erhält, ein Instrument zu erlernen, und dass jeder Musikschullehrer unter fairen und sicheren Bedingungen arbeiten kann! Erlauben Sie mir noch einen Gedanken am Schluss: Musik ist eine Sprache, in der gleichzeitige Vielstimmigkeit harmonisch klingt. Das klingt im Idealfall nach Pluralismus, Demokratie und Parlamentarismus. Deswegen möchte ich, auch im Vergleich zu der letzten Plenarsitzung, darauf hinweisen, dass auf Verharmlosungen, Relativierungen und verzweifelte historische Vergleiche in den Redebeiträgen der anderen Fraktionen in Zukunft verzichtet werden möge. Denn ich schlafe sehr gut in der Gewissheit, dass die AfD die einzige Partei in diesem Parlament ist, in der noch nie ein NSDAPler, ein echter Nazi, Mitglied war. Da können karrieredurstige Juristinnen noch so viele Gefälligkeitsgutachten zusammentackern. Dennoch – davon abgesehen – bleibt Berlin Kulturhauptstadt und muss Vorbild in der musikalischen Bildung sein. Nutzen wir diese Chance in jedem Fall! Wir bleiben wachsam. – Vielen Dank! [Beifall bei der AfD – Zuruf von Dr. Klaus Lederer (LINKE)]

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