Silke Gebel
Alles klar! – Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Bildungssenatorin! Schultoiletten und das Mittagessen – diese beiden Themen sind zumindest bei mir in den Grundschulklassen hier im Abgeordnetenhaus immer der Dauerbrenner. Ich glaube, die Schultoiletten sind immer der Indikator für den baulichen Zustand der Schule und das Schulmittagessen, weil es meistens nicht schmeckt, weilamEndedesSchuljahrsmindestensjedesdritteKind vom Schulmittagessen abgemeldet ist und weil die Kinderdasmeistensvielzuschnellessenundnochnichtmal ein bisschen was probieren können. Das ist wirklich ein Problem, weil es dann nicht gegessen wird und weil damitauchdieWirkungdes kostenlosenSchulmittagessens totalverfehltwird. Wir als Grüne haben damals schon, als die Einführung des kostenlosen Schulmittagessens kam, darauf gepocht, dass es eine Qualitätssteigerung geben muss, und wir kämpfen als Grüne weiter dafür. Wir haben heute einen Sechs-Punkte-Plan für gesundes und leckeres Schulmittagessen eingebracht, und wir freuen uns natürlich, wenn auchdieKoalitiondemzustimmt. Aktuell läuft die Ausschreibung für das Berliner SchulmittagessenüberdieBerlinerBezirke,undbevorheutein der Aussprache das Argument kommt, dass es ja deswegen keine Landeskompetenz ist, sage ich einmal ganz kurz: Es sind 800Millionen Euro, die das Land Berlin hier zur Verfügung stellt. 800Millionen Euro, das ist richtig viel Geld. Das Land hat eine Musterrahmenvereinbarung gemacht, und auch wenn die Umsetzung bei den Bezirken liegt: Für die Qualitätsgarantie begleitet durchaus das Land das Schulmittagessen und kann auch nochvielmehrfürQualitätssteigerungmachen. ErstmalliegtderBalljetztaberbeidenSchülerinnenund Schülern, bei den Lehrkräften und dem pädagogischen Personalund denEltern. Deswegensage icheinmal ganz klar: Bis Mitte Mai, also noch zwei Wochen, können Sie sich bei Ihrer Schule melden und Ihre Anforderungen an den nächsten Caterer formulieren. Nutzen Sie Ihre Stimme,undbringenSiesichindenProzessderEssensvergabeein,dennnur, wenndasEssenschmeckt, wirdesauch gegessen, und nur dann entfaltet es seine sozial- und gesundheitspolitische Wirkung. Für die Tonne müssen wirkeinEssenproduzieren. [BeifallbeidenGRÜNEN – VereinzelterBeifallbeiderLINKEN] Deshalb wollen wir Grünen auch die Kids mehr beteiligen. An jeder Schule muss es einen Mittagessensausschuss geben, in dem die Kids ihre Kritik einbringen können.Ichsageauchnochmalganz klar:LiebeKinder! Beteiligt euch in den Mittagessensausschüssen! Beteiligt euch für euer Mittagessen!Ihr esstfünfmal dieWoche in derSchule,unddaseidihrdieExpertenfürdiesesEssen. Wir als Grüne kämpfen dafür, dass diese Beteiligung auch weiterhin möglich ist. Aktuell kursiert ein Schulgesetzentwurf beim Rat der Bürgermeister, der diese Beteiligung streichen will. Wir haben den Antrag für mehr Beteiligung in der Schublade und werden das dann auch hierimParlamentvorlegen. [BeifallbeidenGRÜNENundderLINKEN] Wir wollen aber die Beteiligung weiter denken, mit digitalenToolszur An-und Abmeldefunktion,diedannauch ausgewertet werden und die Grundlage für zukünftiges Essen legen. Wenn zum Beispiel Dönerspaghetti mit Joghurtsoße – wieinderSchulemeinerKinder – nichtso der Renner ist, dann sollte der Caterer vielleicht mal überlegen, warum es an diesem Tag so viel Essen in der Tonnegibt. Liebe Koalition! Sie nehmen die DGE-Standards zur Grundlage. Das ist erst mal gut und richtig, aber die Kunstliegtinder Umsetzung. Kartoffelpüree, welchesin der Tomatensoße ertrinkt, dazu vielleicht ein bisschen Salat und noch eine Gurkenscheibe – das entspricht vielleicht formal den Kriterien der DGE-Qualitätsstandards zu Essensportionen und Lebensmittelvorgaben, aber genießbar und damit dann auch gesund ist es wirklich nicht, dabei gibt es so viele gute Beispiele. Wir wollen deshalbeineZusammenarbeitzwischendenCaterernund der Kantine Zukunft Berlin und einen jährlichen WettbewerbzumbeliebtestengesundenSchulmittagessen. In jungen Jahren wird die Grundlage für unsere Gesundheit gelegt. Im Vergleich zu den Achtzigerjahren ist die Zahl übergewichtiger Kinder um 50Prozent gestiegen und damit das Risiko, an Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Gelenkproblemen, Bluthochdruck und Herzerkrankungen zu erkranken. Lassen Sie uns das Schulmittagessen,dasimmerhinsechsJahrelangfastalleSchülerinnen und Schüler essen, zu dem gesundheitspolitischen Präventionsprojekt machen, und stimmen Sie unserem Sechs-Punkte-Planzu. – VielenDank! [BeifallbeidenGRÜNENundderLINKEN] PräsidentinCorneliaSeibeld: VielenDank,FrauKollegin! – FürdieCDU-Fraktionhat derKollegeBocianjetztdasWort.
