Aldona Maria Niemczyk
Sehr geehrte FrauPräsidentin!Sehr geehrte Kolleginnen! Sehr geehrte Kollegen! Sehr geehrte Zuschauerinnen, sehr geehrte Zuschauer!IchbindankbarfürdieGelegenheit,heuteandiesembesonderenOrtübereinThemavon großer Bedeutung zu sprechen, die Integration von Teilzeitmodellen in Führungspositionen des öffentlichen Dienstes. Dort herrscht wie auch in der Wirtschaft ein Mangel an Fachkräften. Deswegen ist diese Diskussion nicht nur gerade jetzt relevant, sondern auch dringend erforderlich, umChancengleichheitzu fördernund FlexibilitätimArbeitslebenzugewährleisten. Teilzeitmodelle sind nicht länger nur eine Option für bestimmte Arbeitsbereiche. Sie sind eine Notwendigkeit, um sicherzustellen, dass talentierte Fachkräfte unabhängig von ihren individuellen Lebensumständen Zugang zu Führungspositionen haben. Insbesondere für Frauen, die oft die Hauptlast der familiären Verantwortung tragen, sind Teilzeitmodelle ein Schlüssel zum Erreichen der Chancengleichheit. Frauenförderung bedeutet nicht nur, Frauen in Führungspositionen zu bringen, sondern auch sicherzustellen, dass sie diese Position erfolgreich ausfüllen können, ohne dabeiihreweiterenVerpflichtungenzuvernachlässigen. Flexibilität ist ein weiterer entscheidender Aspekt. In der heutigen Welt, die von ständigem Wandel geprägt ist, ist es unerlässlich, dass auch der öffentliche Arbeitgeber flexibelaufdieBedürfnisseseinerMitarbeiterreagiert. [BeifallbeiderCDUundderSPD – VereinzelterBeifallbeidenGRÜNEN] Teilzeitmodelle ermöglichen es Arbeitnehmerinnen, ein ausgewogenesVerhältniszwischenBerufundPrivatleben zu finden, was letztendlich zu höherer Zufriedenheit und Produktivität führt. Die vielen Fehltage kommen nicht von ungefähr. Hier müssen die Rahmenbedingungen angepasst werden. Beim Jobsharing teilen sich zwei Personen eine Führungsposition. Dies bietet nicht nur eine Lösung für individuelle Zeitbeschränkungen, sondern auch eine Chance für eine vielfältigere Führung. Verschiedene Perspektiven und Kompetenzen können sich ergänzenundzueinerstärkerenFührungskraftführen. Es ist entscheidend zu betonen, dass der gesetzliche Anspruch auf Teilzeit auch für Führungskräfte gilt. Dies bedeutet, dass Teilzeitmodelle nicht als Ausnahme, sondern als Standard betrachtet werden sollten. Indem wir Teilzeit als gleichwertige Option für Führungspositionen anerkennen,eröffnenwirdenWegfüreinebreiterePalette von Talenten und Fähigkeiten, die unser öffentlicher Dienstdringendbenötigt. [BeifallbeiderCDUundderSPD – BeifallvonGollalehAhmadi(GRÜNE) undDr.BaharHaghanipour(GRÜNE)] Es ist auch wichtig zu verstehen, dass Teilzeit nicht immer eine 50/50-Aufteilung bedeuten muss. Es gibt zahlreiche flexible Modelle, die den individuellen Bedürfnissen und Anforderungen gerecht werden können. Die Vielfalt dieser Modelle ermöglicht es, die besten Lösungen für jede spezifische Situation zu finden. Insgesamt bieten Teilzeitmodelle in Führungspositionen des öffentlichen Dienstes einen Mehrwert für alle Beteiligten. Sie fördernChancengleichheit,unterstützendieVereinbarkeit von Beruf und Familie, ermöglichen Flexibilität und erweiterndasSpektrumantalentiertenFachkräften.Esist anderZeit,dasswirdieseModellenichtnurunterstützen, sondernaktivfördern,umeinegerechtereundeffektivere FührungimLandBerlinzugewährleisten. [BeifallbeiderCDU – VereinzelterBeifallbeiderSPD] Der Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt, sowie dieSicherheitaufdenStraßenundimöffentlichenLeben ist uns sehr wichtig. Deshalb bekennt sich das Land Berlin zur Umsetzung des internationalen Abkommens des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Istanbul-Konvention, und setzt diese konsequent um. Berlin wird sich daher zum Kampf gegen Diskriminierungund alle Formen geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Maßnahmen zur GewaltpräventionundzumOpferschutzengagieren. Folgende Handlungen geschlechtsspezifischer Gewalt sind nach der Istanbul-Konvention zwingend strafrechtlich zu sanktionieren und stellen in Deutschland zum Großteil eigenständige Straftatbestände im Strafgesetzbuchdar beziehungsweise sind durchandere Tatbestände abgedeckt: Es handelt sich hierbei um Nachstellung, psychische und körperliche Gewalt, sexuelle Gewalt einschließlich Vergewaltigung, Zwangsheirat, Verstümmelung weiblicher Genitalien, Zwangsabtreibung und Zwangssterilisierung,sexuelleBelästigungundFemizide. Wir haben den ersten Berliner Landesaktionsplan zur Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Bekämpfung und Verhütung von Gewalt gegen Frauen undhäuslicheGewaltaufdenWeggebracht. [BeifallbeiderCDUundderSPD] Damit setzen wir die Istanbul-Konvention konsequent um. Der Landesaktionsplan verfolgt einen umfassenden Ansatz und umfasst die Handlungsfelder Prävention, Schutz, Unterstützung und Gesundheit, Polizei, Strafverfolgung und Justiz, Migration und Asyl sowie Daten und Forschung. Die Umsetzung des Landesaktionsplans soll zukünftig durch ein wissenschaftsbasiertes Monitoring begleitet werden, welches in regelmäßigen Berichten den Sachstand der Umsetzung darstellt. Als Koalition werden wir dieUmsetzungengbegleitenundunterstützen. [BeifallbeiderCDU – VereinzelterBeifallbeiderSPD] Mit dem Landesaktionsplan verfolgen wir einen deutlich breiter angelegten Ansatz, den wir bereits umsetzen und mit einem deutlichen Aufwuchs im Haushalt hinsichtlich der gesteigerten Bedarfe finanziell abgesichert haben. Deswegen lehnen wir sowohl den Antrag der AfD-Fraktion als auch den Antrag der Fraktion Bündnis90/DieGrünenentschiedenab. Anlässlich des bevorstehenden Internationalen Frauentages wünsche ich Ihnen, liebe Kolleginnen, und allen Zuschauerinnen einen besonders schönen Tag. – Vielen DankfürIhreAufmerksamkeit! [BeifallbeiderCDUundderSPD – BeifallvonDamianoValgolio(LINKE)] PräsidentinCorneliaSeibeld: Vielen Dank, Frau Kollegin! – Für die Fraktion Bündnis90/Die Grüne hat die Kollegin Dr.Haghanipour das Wort.
