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Laura Neugebauer

GRÜNE 22.02.2024 Sitzungen 19/43

Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen! Werte Zuschauende! Die Koalition möchte mit einem Lehrpreisfür exzellente Lehre einstarkesBekenntniszur RollederLehreundLeistungvonLehrendenamBerliner Hochschulstandort abgeben. Das ist erst einmal klasse undbegrüßenswert,denneszeigtja,wiegroßdieBedeutung von guter Lehre für den Wissenschaftsstandort Berlin ist. Aber ob diese Auslobung eines solchen Preises aktuell die nötige Maßnahme ist, um das Studieren und dieLehreinunsererStadtnachhaltigattraktiverzugestalten,isteherfraglich. Betrachten wir es mal von zwei Seiten: Entweder muss man sich ernsthaft fragen, ob die Auslobung eines solchen Preisesin Zeiten, wo wir über eine Auflösungeiner pauschalenMinderausgabe diskutieren, diedengesamten Haushalt der Wissenschaftsverwaltung ins Wanken bringen kann, haushälterisch überhaupt vertretbar ist. Oder wir können fragen, ob die in dem Antrag beschworene Breitenwirkung bis hin zur Verringerung von Studienabbrüchen und der Schubkraft für eine Entwicklung hochschulübergreifender didaktischer Zentren nicht doch etwashoch gegriffenist. So kanndieser Antrag wohlnur als Adelung eines Schaufensterprojekts der Koalition verstandenwerden. Wäreesnichtbesser, wir würdenersteinmaldieVoraussetzungen dafür schaffen, dass Qualität der Lehre an all unseren Hochschulen flächendeckend gesichert und verbessert werden kann? Und das beginnt natürlich in der Berufung von Lehrenden. In den Einstellungsverfahren unserer Universitäten und Hochschulen darf der Fokus nicht ausschließlich auf Forschungsstärke der Personen liegen, sondern es muss auch um die Qualität der Lehre gehen. Wissenschaftliche Exzellenz erschöpft sich eben nicht nur bei der Forschung, denn es braucht auch Wissenstransfer anStudierende. IndiesemSinne könnte man fragen: Sollte nicht jede Lehre an Berliner Hochschulen exzellent sein? Qualität der Lehre hängt aber außerdem auch immer mit der Qualität der Arbeitsbedingungen zusammen. Gute Lehre leidet unter prekären Arbeitsbedingungen, wie sie in der Berliner Wissenschafts- und Hochschullandschaft bestehen. Voraussetzung, um gut forschen und lehren zu können, heißt zum Beispiel auch, sich keine Sorgen um auslaufende Verträge machen zu müssen. Stattschicker Preise für exzellente Lehre könnte man sich zuallererst den Voraussetzungen, die dies überhaupt möglich machen, zuwenden. So würde der Karriereweg an Hochschulen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler attraktiver. So fördern wir wirklich exzellenteLehreanunserenHochschulen. Wenn man schon unbedingt an der Idee eines solchen Preises festhalten will, dann doch gerne etwas weniger wahllos. Besonders am Anfang einer wissenschaftlichen KarriereschließensichinderRealitätEngagementinder Lehre und in Forschungsprojekten oft gegenseitig aus. Der Druck, in Positionen unterhalb der Professur eigene Forschungsprojekte und viele Publikationen durchzuführen, ist hoch. Ein solcher Preis, genau an diese Gruppe der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler adressiert, könnte dem positiv entgegenwirken und für vielfältigeLehreundwiederumKarrierechancensorgen. Liebe Koalition, vielleicht sollten Sie gerade diese Gruppe im Mittelbau mit Ihrem Preis adressieren, und wenn SiedannnochstatteinesPreisgeldesmiteinerunbefristetenStelleehren,dannhabenSieauchunsdabeigewissan Ihrer Seite. Bis dahin bleiben wir skeptisch. Wir werden dies noch mal im Ausschuss genauer diskutieren. – VielenDank! [BeifallbeidenGRÜNENundderLINKEN] VizepräsidentinDr.BaharHaghanipour: VielenDank! – FürdieCDU-FraktionhatnunderKollegeGrassedasWort.

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