parlament-berlin.de ↗

Laura Neugebauer

GRÜNE 22.02.2024 Sitzungen 19/43

SehrgeehrterPräsident!SehrgeehrteKolleginnen!Werte Zuschauende! Täglich grüßt das Murmeltier. Wir reden heute wieder einmal über die 24-Stunden-Bibliothek. Wenn das alles ist, was die Koalition hochschulpolitisch zubietenhat, [ZurufvonMarcelHopp(SPD)] 24-Stunden-Bibliothek, performative Preise für leere Spoiler für später und das Lahmlegen der Entfristung im akademischen Mittelbau, dann werden die nächsten zwei JahrespannendeZeiten. Beim letzten Mal habe ich versucht, der Koalition zu vermitteln, warum 24-Stunden-Bibliotheken nicht das Allheilmittel für die mehrfachbelasteten Studierenden sind,vorallemnicht,wenndiefinanzielleMehrbelastung eine relevante Rolle spielt, die durch die Kürzung des Sozialfonds des Studierendenwerks noch mal verstärkt wurde. Wir befinden uns aber im Moment auch in Zeiten mit einer mehr als prekären Haushaltslage. Angebracht wäre es, bei jeder Investition genauestens abzuwägen, ob sie finale Wirkung entfalten kann. Ja, es ist wichtig, Berlins Universitätsbibliotheken zu stärken, denn wie wir in der Anhörung im Wissenschaftsausschuss gehört haben, hinkt Berlin den Standards 10 bis 15Jahre hinterher. Aber wenn man sie dann gezielt fördern will, um das Defizit auszugleichen, dann muss man diese wenigen Ressourceneffizienteinsetzen. Im Ausschuss wurden hier bei der Frage, wie wir unsere Bibliotheken weiterentwickeln, mehrere Punkte angesprochen,zumeinendieWeiterentwicklungund Ausweitung der Open-Access-Strategie. Diese ist mit zeitlichem und monetärem Aufwand verbunden. Hier ist es bereits absehbar, dass die vorhandenen Mittel für die nächsten Jahre nicht ausreichen werden. Insbesondere bei den Publikationsfonds ist schon abzusehen, dass diese nicht ausreichend ausgestattet sind. Was bringt Berlin also exzellenteForschung,wennsieamEndeniemandsieht? Aber auch, wenn wir die Lernbedingungen der Studierenden verbessern wollen, hätte man das Geld besser investieren können, zum Beispiel in das Sanieren, Ausbauen und Verbessern einzelner Gruppenarbeitsplätze, denn auch hier sind die Defizite eklatant, seien es die Ausstattung der Arbeitsplätze oder einfach die Anzahl selbiger, denn zu Stoßzeiten sind die Bibliotheken so überlastet, dass Studierende teilweise auf dem Boden sitzen, wenn sie überhaupt noch einen Platz finden. Da haben wir sicherlich keine besten Bedingungen für Studierende in Berlin, und dieses Problem werden wir nicht mit24-Stunden-Bibliothekenlösenkönnen. Kurz gesagt, dieser Vorschlag greift immer noch viel zu kurz, wennwir wirklichbesteBedingungenandenBerliner Universitätsbibliotheken und beste Lernbedingungen für Berliner Studierende wollen. Es ist keine der wirklichen Herausforderungen der Weiterentwicklung unserer Universitätsbibliotheken. Das Geld, das in dieses Projekt fließt, wäre mit besserer Fokussierung auf die tatsächlichen Herausforderungen deutlich nachhaltiger investiert gewesen. Wir halten den Antrag deshalb für fehlgeleitet undwerdenihnablehnen. – Danke! [BeifallbeidenGRÜNEN – VereinzelterBeifallbeiderLINKEN] VizepräsidentDennisBuchner: FürdieSPD-FraktionhatderKollegeHoppdasWort.

Alle Reden von Laura Neugebauer Protokoll ↗