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Thorsten Weiß

AfD 01.02.2024 Sitzungen 19/42

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Respektlosigkeit und Gewalt gegenüber Lehrern, Gewalt gegen Mitschüler, sexuelle Übergriffe, Verherrlichung von Terrorismus, Vandalismus und Sachbeschädigung – in der aktuellen gesamtdeutschen Kriminalitätsstatistik ist der Anstieg bei tatverdächtigen Kindern so hoch wie nie zuvor. Insgesamt erfassten die Ermittlungsbehörden im vergangenenJahr93000Taten,dasentsprichteinemPlus von 35,5Prozent. Zudem weist die Statistik 189000 tatverdächtige Jugendliche zwischen 14 und 18Jahren aus.HäufigsteTatenbeiKindernundJugendlichenwaren Diebstahl gefolgt von Körperverletzung, Sachbeschädigungund Rauschgiftdelikten. Warum zitiere ich hier die gesamtdeutsche Kriminalitätsstatistik? – Weil der Senat der Öffentlichkeit die Wahrheit über das Ausmaß der Gewalt an den Berliner Schulen vorenthalten will. Auf meine Schriftliche Anfrage vom Dezember letzten Jahres, in der ich wissen wollte, wie viele Gewalt- und Rohheitsdelikte es in den Jahren 2022 und 2023 unter den Adressen der allgemeinbildenden Berliner Schulen gab, verweigerte der Senat eine öffentlicheBeantwortungmeinerFrage. [Zuruf von der AfD: Skandalös!] AngesichtsderjüngstenGewaltvorfälleanBerlinerSchulen ist es absolut inakzeptabel, dass diese Informationen, die ein entscheidendes Auswahlkriterium für eine Schule darstellen,denElternundSchülernvorenthaltenwerden. [Beifall bei der AfD] Darüber hinaus ist es jetzt dringend erforderlich, eine stärkere Verankerung von Verhaltensbewertungen in unseren Bildungseinrichtungen vorzunehmen. Respektlosigkeiten gegenüber Lehrkräften bis hin zu schweren Gewalttaten zeigen deutlich, dass unsere Schulen nicht nur Orte des Lernens, sondern auch der Charakterbildung sein müssen. Es wird höchste Zeit, das Sozialverhalten der Schüler stärker in den Mittelpunkt zu rücken. [Beifall bei der AfD – Rolf Wiedenhaupt (AfD): Genau!] Wir fordern in unserem Antrag deshalb die gesetzlich festgelegte Wiedereinführung von Kopfnoten, die es ermöglichen, wichtige Verhaltensbewertungen wie Betragen, Fleiß, Mitarbeit und Ordnung lesbar zu machen, welche für den Erfolg im Berufsleben unerlässlich sind. Die Gewaltexzesse auf dem Campus Efeuweg und dem Ernst-Abbe-Gymnasium verdeutlichen, dass ohne eine formelle Bewertung des Verhaltens wichtige Aspekte der Schulentwicklung vernachlässigt werden. Und ja, man mag es kaum glauben: Auch in Berlin gibt es Erfolgsgeschichten, die das belegen. Die Friedrich-Bergius-Schule in Berlin-Friedenau ist solch ein Fall. Unter der Leitung ihres ehemaligen Rektors Michael Rudolph hat sich diese Schule von einer Problemschule zu einer begehrten Bildungseinrichtung gewandelt. Dieser Wandel wurde durch die Einführung strenger Regeln und einer Kultur der Disziplin und des Respekts erreicht. Die Erfahrungen der Friedrich-Bergius-Schule zeigen, dass eine formelle Bewertung des Verhaltens und der Einstellung der Schüler positive Veränderung bewirken kann. Dabei sind Kopfnoten mehr als nur eine Bewertung; sie sind ein wichtiges Werkzeug zur Förderung und Anerkennung von Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit,EngagementundRespekt.SiebietenSchülern,diein traditionellen akademischen Fächern vielleicht nicht so stark sind, die Möglichkeit, ihre Stärken in anderen Bereichen zu zeigen. Diese Noten können motivierend wirken und den Schülern helfen, ein positives Selbstbild zu entwickeln. Darüber hinaus würde die Einführung von Kopfnoten auch dazu beitragen, die Objektivität der Fachnoten zu verbessern. Aktuell fließen Verhaltensaspekte häufig indie Fachnote ein, was zu einer Verzerrung führen kann. Durch die separate Bewertung des Sozial- und Arbeitsverhaltens können Fachnoten sich ausschließlich aufdie akademische Leistung konzentrieren. Die Wiedereinführung von Kopfnoten ist für uns ein Bekenntnis zu einer ganzheitlichen Bildung, in der es neben der akademischen Leistung vor allem darum geht, junge Menschen auf ein erfolgreiches Leben vorzubereiten und die Bedeutung von Respekt, Verantwortung, FleißundOrdnungzulehren,undin der eineSchulkultur gefördertwird,in der Leistungsstreben positiv konnotiert wird. [Beifall bei der AfD] Sie zielt darauf ab, eine Umgebung zu schaffen, in der Schüler nicht nur Wissen erwerben, sondern auch Charakter und Verantwortungsbewusstsein entwickeln. Unser Antrag ist deshalb nicht nur eine pädagogische Notwendigkeit, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Wir tragen mit ihm darüber hinaus den Wünschen der Wirtschaft und der Arbeitgeber, vor allem der Ausbildungsbetriebe Rechnung, für welche die Kopfnoten ein erster Hinweis darauf sind, inwiefern der Bewerber über soziale Kompetenzen verfügt. Sich an den Erfolgreichen zu orientieren, kann nie verkehrt sein, so auch in der Bildungspolitik. Sachsen vergibt seit jeher Kopfnoten, und in Bayern wurden sie 2005 wieder eingeführt. Berlin täte gut daran, diesen Beispielenzufolgen.–VielenDank! [Beifall bei der AfD] PräsidentinCorneliaSeibeld: Für die CDU-Fraktion hat der Kollege Bocian jetzt das Wort.

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