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Ronald Gläser

AfD 19.10.2023 Sitzungen 19/37

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Szenen auf Flughäfen sind aus vielen Filmen schwer wegzudenken. Nur ein Beispiel: In „Kevin allein in New York“ läuft der kleine Kevin mit seiner ganzen Familie über den Chicagoer Flughafen. Sie spurten dort entlang, und der kleine Kevin läuft einem Mann hinterher, der einen Mantel trägt wie sein Vater, dann findet er den falschen Eingang, und das ganze Abenteuer nimmt seinen Lauf, weil er in das Flugzeug nach New York einsteigt, wohingegen die ganze Familie nach Miami fliegt. Eine solche Filmszene zu drehen, ist eine logistische Herausforderung, egal ob Sie das mit Statisten machen oder im laufenden Flugbetrieb. Wenn dann noch Probleme mit Behörden dazukommen, wird ein solcher Teil einer Filmproduktion schnell zum neuralgischen Punkt des ganzen Projekts und möglicherweise zum entscheidenden Argument für einen Standortwechsel. Filmproduzenten sind international unterwegs. Die gehen dahin, wo sie die besten Filmbedingungen finden. Wir wollen, dass es mehr Filmproduktionen in Berlin gibt. Sie wollen das sicherlich auch. Der Senat sagt, dass er das will, und er gibt viel Geld aus und setzt eine Menge ökonomische Anreize, damit Filmproduktionen in unserer Stadt stattfinden. Aber Geld ist nicht alles. Filmproduzenten wollen mehr als nur finanzielle Anreize. Produzenten wollen auch Produktionssicherheit, und sie haben keine Lust, sich mit lästigen Bürokraten herumzuschlagen. Deshalb beantragen wir heute, dass das Berliner Abgeordnetenhaus den Senat auffordert, Dreharbeiten am Flughafen BER zu erleichtern. Wir sprachen kürzlich schon einmal über die allgemeinen Erleichterungen für Dreharbeiten in unserer Stadt. Jetzt geht es um einen ganz speziellen Fall von Drehgenehmigungen, nämlich solche an unserem Flughafen BER, und da ist noch sehr viel Luft nach oben. Das weiß auch der Senat. In seinem Beschluss zur filmfreundliche Stadt hat er selber im November festgestellt – Herr Präsident, ich zitiere mit Ihrer geschätzten Erlaubnis –: Auch die stark eingeschränkte Zugänglichkeit bestimmter Motive in Berlin hat dazu geführt, dass andere Standorte ihr Potential nutzen. Für den Flughafen Berlin-Brandenburg werden trotz hoher Nachfrage bisher keine Drehgenehmigungen vergeben. Gleichzeitig konnte sich der Flughafen Leipzig/Halle als Schauplatz für hochkarätige internationale Produktionen etablieren. Ein Blick auf die Internetseite des Flughafens Leipzig/Halle zeigt, wie ein Motivgeber positiv vermarktet werden kann. Sie werden dort als Besucher mit folgenden Worten begrüßt – ich zitiere mit Ihrer geschätzten Erlaubnis, Herr Präsident –: Sie suchen ein außergewöhnliches Motiv, eine Location mit internationalem Charme oder eine Passagiermaschine für Ihr Filmprojekt? Dann sind Sie bei uns genau richtig: Wir sind ein drehfreundlicher Flughafen! 24 Stunden – 7 Tage die Woche! Sie können dort einen Airbus mieten. Sie können ihn umlackieren lassen. Sie können in den Hangar gehen. Sie können in den Check-in-Bereich gehen. Sie können in die Tiefgarage gehen, und die Webseite zeigt Ihnen alle diese Orte. Ihnen wird der rote Teppich ausgerollt, es wird Ihnen so einfach wie möglich gemacht, und der Standort wird so schön angepriesen, wie es nur geht. Dann gehen wir als Kontrast mal auf die entsprechende Webseite des Flughafens Berlin Brandenburg. Das können Sie selber auch machen. Nehmen Sie die Suchmaschine Ihres Vertrauens, und geben Sie einfach ein „Drehgenehmigung am Flughafen BER“. Da wird Ihnen erst einmal mitgeteilt, was alles nicht geht. Ich zitiere mit Ihrer geschätzten Erlaubnis, Herr Präsident: Derzeit können ausschließlich tagesaktuelle journalistische Foto- und Filmanfragen am Flughafen Berlin Brandenburg umgesetzt werden und dies auch nur in begrenztem Umfang. Dreharbeiten, Foto- sowie Audioaufnahmen können ohne Angabe von Gründen eingeschränkt, zurückgezogen, auf einen anderen Termin verschoben oder abgelehnt werden. Medienanfragen zu kommerziellen Zwecken können derzeit nur eingeschränkt genehmigt werden. Herzlich willkommen in Berlin! So geht es munter weiter. Da ist er halt wieder der von Thilo Sarrazin schon vor anderthalb Jahren angeprangerte Westberliner Schlammfaktor. Und weil das so ist, hat es in diesem Jahr am Flughafen BER nur einen Film und zwei Serien gegeben und ein oder zwei Studentenprojekte, wohingegen andere Flughäfen deutlich mehr Filmproduktionen haben. Das wollen wir ändern, und das wollen Sie ändern. Da kann Berlin besser werden. Zu diesem Zweck haben wir diesen Antrag gemacht. Ich bitte um Ihre Zustimmung. Die Filmwirtschaft wird es Ihnen und uns danken. [Beifall bei der AfD]

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