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Robert Eschricht

AfD 05.10.2023 Sitzungen 19/36

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Berlinerinnen und Berliner! Im Original war die Berliner Bauakademie ein Meisterwerk, und das soll es auch bleiben. Die hier im Antrag verpackte Debatte behandelt eines der meistbeachteten Bauprojekte im historischen Zentrum unserer Hauptstadt. Ihr werktreuer Wiederaufbau am Kupfergraben wäre ein weiterer Baustein zur Vollendung der historischen Mitte. [Beifall bei der AfD] Aber dieser Antrag, eingebracht von der reaktionärsten und dekadentesten Fraktion, lässt für die Zukunft der Bauakademie so einiges befürchten. Der Antrag verstärkt all diejenigen Argumente, die sich eine bloße Auseinandersetzung mit dem Vorgängergebäude erhoffen und stattdessen eine ideologische Überfrachtung mit ihrer eigenen Apokalyptik zelebrieren, all jener, die sich ein Gebäude wünschen, ganz Sittengemälde der Entrückung, welches vor allem exemplarisch für eine klimagerechte Wende im Bauen steht – aber mit öko, regional, saisonal und vegan wird in der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt keine Zukunft gemacht. [Beifall bei der AfD] Und falls Sie Ihren Willen doch bekommen sollten, hoffe ich doch, dass der Einbau der Wärmepumpen in Ihrer Frankensteinversion der Bauakademie schneller klappt als in der grünen Bundesgeschäftsstelle, denn vier Jahre sind ganz schön lang. [Beifall bei der AfD] Bei der Bundesstiftung Bauakademie ist von möglichen Hybridlösungen die Rede, bisher alles vage, und es bleibt zu befürchten, dass im letzten Moment ein Projektvorschlag kommt, welcher vollkommen geschichtsvergessen auch in Birmingham, Bochum oder Brüssel hätte stehen können. Aber: Warum muss ausgerechnet die schinkelsche Akademie als Experimentierfeld herhalten? Es müsste doch in einer Stadt voller Baustellen genügend andere Gelegenheiten für die Erprobung von recycelten Baustoffen geben. Es scheint so, als sei kein Hybridbau geplant, sondern ein Hybrisbau, ein Denkmal der Weltenretter für sich selbst. [Beifall bei der AfD] Manch ein Befürworter dieses Antrags versucht sein eigenes Wirken an die Stelle des großen Baumeisters zu stellen. Dieser ganze Antrag ist das Werk von geistigen Erbschleichern. [Beifall bei der AfD] Der Antrag eröffnet mit dem Geiste Schinkels, aber wie viel Verständnis hätte Professor Schinkel für die heutigen Pläne? Glauben Sie wirklich, dass ein Mann, der Ruhe und Bezähmung als das Edelste des Menschen erkannt hat, der mit Goethe freundschaftlich verbunden war, in diese sich in konstanter Negierung jeder Verhältnismäßigkeit befindenden Klimahysterie einstimmen würde? – Nein! Jeder, der von CO spricht und China verschweigt, 2 will betrügen. [Beifall bei der AfD] Es braucht eine realitätsgerechte Auseinandersetzung mit dem Thema Klima. Berlin braucht keine Möchtegern-Schinkel-Surrogate. Nicht nur die Fassade, sondern die Substanz der Großartigkeit Baumeister Schinkels als Ganzes soll erhalten bleiben. Dazu kommt: Erst letzten Sommer haben in einer deutschlandweiten Umfrage 67 Prozent gesagt, dass sie sich eine originalgetreue Rekonstruktion wünschen, und selbst die manchmal wackelige Berliner GroKo ist da nicht anderer Ansicht. Die Bundesstiftung Bauakademie versucht aber über Expertenbeiräte nicht nur den Wunsch der Bürger, sondern auch den Stiftungsauftrag selbst zu hintertreiben. Wir sagen: Hören Sie auf die Bundesbürger, auf die Berliner Bürger und auf die Allianz der Berliner Bürgervereine! Der Mehrheitswille ist klar artikuliert, und eine authentisch rekonstruierte Bauakademie ist der Auftrag. [Beifall bei der AfD] Die schinkelsche Bauakademie hat sich damals nicht den Mächtigen der Zeit angedient, und sie sollte es auch heute nicht tun. Die Bauakademie soll in ihrem eigenen Geiste deutscher Schaffenskraft funktional, bescheiden und schön bleiben dürfen. Die Bürger wollen einen präzisen Wiederaufbau. Wie viel bei Ihrem Vorschlag von dem Multitalent Schinkel übrig bleiben würde, lässt sich daran ablesen, wie viel Deutschland übrig bleibt, wenn man der Bionade-Bourgeoisie die Verantwortung überlässt. Wir sind bald Deindustrialisierungsweltmeister. [Beifall bei der AfD] Aber wenn Steuergeld im mittleren zweistelligen Millionenbereich – 62 Millionen Euro – auf dem Spiel steht, können elitäre Gremien von Architektursoziologen nicht das letzte Wort haben, sondern nur der Souverän. [Beifall bei der AfD] Vergessen wir nicht: Die Schinkel-Akademie war der Wertschätzung des Bauherrenwerks gewidmet, den Handwerkern, den Facharbeitern, den Machern, den Schaffern, den Malochern und den Anpackern – in einem Wort: den AfD-Wählern. – Vielen Dank! [Beifall und Heiterkeit bei der AfD]

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