Jeannette Auricht
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Unsere älteren Mitbürger haben im Laufe ihres Lebens wertvolle Erfahrungen gesammelt und tragen ein reichhaltiges Wissen mit sich, das nicht nur geschätzt, sondern auch genutzt werden sollte. Ihre Bedürfnisse und Anliegen verdienen unsere volle Aufmerksamkeit, schon allein aus Respekt vor ihrer erbrachten Lebensleistung. Wir alle wissen, dass sich unsere Gesellschaft wandelt. Die Altersstruktur verschiebt sich, und der Anteil der älteren Menschen nimmt zu. Daher ist es nur gerecht und klug, die Senioren aktiv in den politischen Entscheidungsprozess mit einzubeziehen. [Beifall bei der AfD] Ihre Perspektiven und Bedenken sind ein wertvoller Beitrag für unsere Gesellschaft. Klar, die Bürger zu befragen, ist eine gute Idee, dahinter stehen wir als AfD ganz besonders, denn die AfD steht wie keine andere Partei für direkte Demokratie. [Beifall bei der AfD] Deshalb sind wir auch die einzige Partei, die Volksentscheide auf Bundesebene fordert; das aber nur am Rande, ich komme gleich wieder zurück zu den Senioren. [Dr. Klaus Lederer (LINKE): Wird auch Zeit! – Zuruf von Elke Breitenbach (LINKE)] – Immer mit der Ruhe! – [Steffen Zillich (LINKE): Jedenfalls die einzige Partei, die nur sich selbst wahrnimmt!] Diese Bürgerbeteiligung soll natürlich für alle Bürger gelten und nicht nur für eine sorgfältig ausgesuchte Zivilgesellschaft, wie Sie sie definieren, bestehend aus Dienstleistern für Ihre eigenen Parteien, Aktivisten mit Bestbezahlung und natürlich linientreu. [Gunnar Lindemann (AfD): Hört, hört!] Eine wichtige Frage, die sich mir aber stellt, wenn ich diesen Antrag lese, ist: Wer soll denn eigentlich befragt werden? Wie werden diese Leute ausgesucht? In welchem Umfang soll befragt werden? Was kostet es? –, könnte man ja vielleicht auch fragen. Bringt es wirklich neue Erkenntnisse? – In Berlin gibt es ja bereits gut organisierte Strukturen, welche sich um die Belange von Senioren kümmern. Das sind die bezirklichen Seniorenvertretungen, die Landesseniorenvertretung und der Landesseniorenbeirat. Leider wissen viele Senioren gar nichts davon. Das wäre schon mal das erste Defizit, das Sie hier beheben könnten. Ganz ehrlich, im Prinzip wissen wir doch auch ohne eine Studie, was unsere älteren Mitbürger brauchen. Sie brauchen die Anerkennung ihrer Lebensleistung, bezahlbare, seniorengerechte Wohnungen, Barrierefreiheit, gute medizinische Versorgung, bezahlbare Pflege, Pflegeeinrichtungen und das entsprechende Personal, auskömmliche Renten, die ihrer Lebensleistung gerecht werden. Immerhin haben sie für den Wohlstand gesorgt, den Sie hier gerade leichtfertig aufs Spiel setzen. [Beifall bei der AfD] Sie brauchen bezahlbare Energie, Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben, Mitwirkung an politischen Entscheidungen, sich ehrenamtlich zu engagieren, Sicherheit, gute Verkehrsanbindungen, die Möglichkeit, auch analog leben zu können, und – ganz wichtig – ihre Familien in der Nähe, die sich liebevoll um die Senioren kümmern oder sie auch in Anspruch nehmen, wenn Not am Mann ist. Wir werden uns dieser Studie nicht in den Weg stellen. Sie ist zumindest ein kleines Zeichen, die Bedürfnisse der älteren Generation besser zu verstehen und ernst zu nehmen. Wenn Sie dann auch noch alle alten und neuen Erkenntnisse in die Praxis umsetzen, wäre das hervorragend, und falls nicht, stehen wir bald dafür zur Verfügung. – Vielen Dank! [Beifall bei der AfD]
