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Franziska Brychcy

LINKE 07.09.2023 Sitzungen 19/34

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kollegen und Kolleginnen! Lieber Kollege Krüger! Gut, dass Sie als Grüne-Fraktion das Thema „Multiprofessionelle Teams“ heute auf die TO setzen, denn die Senatsbildungsverwaltung hat bislang noch immer kein Konzept vorgelegt für die multiprofessionellen Teams, obwohl wir bereits letzten Herbst im September eine detaillierte Experten- und Expertinnenanhörung im Ausschuss hatten. Multiprofessionelle Zusammenarbeit ist bereits seit vielen Jahren Realität an Berliner Schulen. Lehrkräfte, Erzieher und Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen, Pädagogische Unterrichtshilfen, Psychologen und Psychologinnen, IT-Admins, Schulsekretäre und - sekretärinnen arbeiten schon jetzt gewinnbringend an Schule zusammen. Es ist ein guter Schritt, dass nun die Möglichkeit zur temporären Umwandlung nicht besetzter Lehrkräftestellen in andere Professionen möglich ist. Aber multiprofessionelle Zusammenarbeit in dem Sinne ist das noch nicht, weil dafür Verantwortlichkeiten unter diesen Professionen auch neu verteilt werden müssen. Wie im Grünen-Antrag sind auch wir als Linke der Auffassung, dass es für bestimmte Professionen eine zusätzliche Personalzumessung zum Beispiel für PUs, Betreuer und Betreuerinnen, Schulassistenten und Schulassistentinnen, aber auch IT-Admins an jeder Schule geben muss. Deswegen frage ich auch so ein bisschen nach, Frau Khalatbari, weil Sie sagen, es ist alles schon in der Umsetzung. Das wäre ja großartig, wenn wir ein solches Budget jetzt wirklich umsetzen können, genauso wie ein Landesprogramm Schulpsychologie. [Sandra Khalatbari (CDU): Das kann ich bestätigen!] Das haben wir ja angeregt, nicht nur das Landesprogramm Schulsozialarbeit, weil nach Corona wirklich die psychosozialen Bedarfe extrem gestiegen sind, dass wir ein solches Landesprogramm jetzt auch bekommen könnten. Das werden wir natürlich nachfragen, dann auch jetzt in den Haushaltsberatungen. Zusätzlich regen wir als Linke ein gesondertes Personalbudget an, aus dem die Schulen individuell nach Bedarf Professionen nochmal einstellen können, wie Lerntherapeuten zum Beispiel oder Ergotherapeuten. Also wenn das auch schon in der Umsetzung ist, Frau Khalatbari, das wäre wunderbar. Wir werden uns da auf jeden Fall noch mal verständigen, weil Ihre Anfrage, die Sie zitiert haben, wirklich schon hornalt ist. Wir haben schon so viele gemacht, jetzt im letzten Jahr, 2022; das muss wirklich ein alter Stand sein. Natürlich brauchen wir für die multiprofessionelle Zusammenarbeit auch Standards wie Teamzeit. Auch das würde mich wundern, dass wir jetzt schon Teamzeitstunden an den Schulen haben, Frau Khalatbari. Da werden wir auch noch mal nachfragen, weil das nämlich wichtig ist, dass man auch Zeit hat, sich auszutauschen, auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Multiprofessionelle Zusammenarbeit ist kein Sparmodell, sondern da müssen wir erst mal richtig investieren, das heißt, zusätzliche Stunden, zusätzliche Personen einstellen. Die Zielrichtung des vorliegenden Antrags ist aus unserer Sicht zu unterstützen. Wir hoffen, dass der Senat jetzt in die Umsetzung kommt und ein entsprechendes Konzept vorlegt. Da freuen wir uns schon. – Danke! [Beifall bei der LINKEN]

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