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Franziska Brychcy

LINKE 07.09.2023 Sitzungen 19/34

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit der geplanten Abschaffung der MSA-Prüfung am Gymnasium schaffen Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen von CDU und SPD, auch die Gleichwertigkeit der Schulformen ab, nach der alle weiterführenden Schulen zu allen Abschlüssen führen und diesen auch gleiche Qualitätsstandards zugrunde liegen, Stichwort: Schulstrukturreform. – Frau Lasić, Sie haben es ja selber angesprochen! Und trotzdem ist es so, dass Sie darauf verzichten. – Der MSA an Gymnasien und auch der MSA generell wird damit ohne Not entwertet. Die Regelung wird der Heterogenität der Schülerinnen- und Schülerschaft an den verschiedenen Schulformen überhaupt nicht gerecht. Während die Senatsverwaltung sinkende Qualitätsstandards in Deutsch und Mathematik im letzten Ausschuss beklagt hat und an anderer Stelle Vergleichsarbeiten neu einführen und ausweiten möchte, sollen Schülerinnen und Schüler an Gymnasien – aber nur am Gymnasium – für den MSA keine Prüfung mehr ablegen müssen. Die Schülerinnen an der Integrierten Sekundar- und Gemeinschaftsschule, die dort das Abitur anstreben, auch leistungsstarke, für die das genauso wichtig wäre wie für die Gymnastinnen, dass sie Prüfungssituationen auch einüben und sich dem stellen – und da geht es nicht ums Bestehen, sondern darum, sich dieser Situation zu stellen –, die müssen die Prüfung ablegen. Für alle Schülerinnen wäre es sinnvoll, die Präsentationsprüfung zu durchlaufen. Eine mediengestützte Projektarbeit zählt trotzdem nur als Klassenarbeit und ist keine Prüfung. Ihr zentrales Argument für den Wegfall der MSA-Prüfung, auch laut Sofortprogramm, ist die Entlastung der Lehrkräfte, jedoch nur der Lehrkräfte am Gymnasium, obwohl nach aktuellen Zahlen ISS und Gemeinschaftsschulen weitaus mehr Lehrkräftemangel haben. Das ist natürlich eine massive Ungleichbehandlung der Pädagogin je nach Schulart, und das wird damit forciert, obwohl alle Kolleginnen an allen Schulformen Entlastung brauchen. Und wie der Schulleiter des Humboldt-Gymnasiums im Bildungsausschuss dann auch noch gesagt hat, dass der Wegfall der MSA-Prüfung für sie gar nicht als Entlastung empfunden wird; völlig absurd! Mildere Mittel, wie eine Verschiebung des Zeitpunkts oder die Einführung einer spezifischen Prüfung, so wie in Brandenburg – dazu hat die Staatssekretärin Henke im Bildungsausschuss gesagt: Weiß sie gar nicht, kennt sie gar nicht. – Die Fachdiskussion ist völlig an ihr vorbeigegangen. Es bleibt also wirklich der Eindruck, dass die MSA-Prüfung am Gymnasium nicht aus pädagogischen Gründen jetzt wegfällt und abgeschafft wird, sondern als Wahlgeschenk. Frau Khalatbari, Sie haben es ja gesagt: das Gymnasium. Als hätten wir in Berlin nur das Gymnasium. Das ist doch eine verengte Sicht! Dass Sie als CDU das sagen, da habe ich ja gar nichts anderes erwartet, aber von der SPD – die Schulstrukturreform ist Ihr Verdienst gewesen; dass wir das in Berlin geschafft haben. Dass Sie damit die Axt an diese Schulstrukturreform legen, hat mich schon überrascht, und das wird mit Sicherheit als herber Rückschlag für die Bildungsgerechtigkeit in Berlin in die Geschichte eingehen. – Herzlichen Glückwunsch! [Beifall bei der LINKEN – Beifall von Silke Gebel (GRÜNE)]

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