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Cornelia Seibeld

07.09.2023 Sitzungen 19/34

Vielen Dank, Frau Kollegin! – Für die SPD-Fraktion hat jetzt die Kollegin Dr. Lasić das Wort. Dr. Maja Lasić (SPD): Liebe Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Debatte rund um die Abschaffung des MSA ist nicht neu. Sie wird seit der Schulstrukturreform geführt, und es gibt Parteien hier im Saal, die haben durchgehend dieselbe Position vertreten. Die CDU hat sich ganz klar für die Abschaffung der Prüfungen an den Gymnasien ausgesprochen. Das war durchgehend ihre Position. Dass die Linke durchgehend gegen die Abschaffung ist, war auch durchgehend ihre Position. Ich habe den Austausch mit den Grünen in der Vergangenheit immer geschätzt, weil sie – wie auch wir – immer hart abwägend sind. – Wenn mir Frau Burkert-Eulitz zuhören würde, würde sie hören, dass ich sie gerade lobe. – Wir haben in der Vergangenheit sehr differenziert gesprochen und wahrscheinlich hätten wir es in der Vergangenheit unter R2G auch abgeschafft, weil es damals bestimmte Erkenntnisprozesse gab. Jetzt sind die Grünen in der Opposition und vertreten eine andere Meinung. Mein Job ist es an dieser Stelle zu erklären, warum die SPD, wie keine andere Partei in diesem Raum, für die Schulstrukturreform, die zehn Jahre alt ist, steht. [Franziska Brychcy (LINKE): Die SPD hat es aufgegeben!] – Vielleicht geht das ohne Zwischenreden! [Carsten Schatz (LINKE): Hier darf man dazwischenreden! Das ist erlaubt!] Warum rücken wir von der Position zum MSA ab? – Dafür muss man zwei Schritte zurückgehen und erst einmal den Grundgedanken der Schulstrukturreform verstehen. Da geht es um die Gleichwertigkeit der beiden Säulen, diese Gleichwertigkeit zwischen einerseits den Gymnasien und andererseits den ISSen und der Gemeinschaftsschule. Dazu gehören verschiedene Säulen. Ein essenzieller Bereich ist die Ausbildung unserer Lehrkräfte. Die werden gleichwertig ausgebildet und können in beiden Säulen unterrichten. Das ist für uns unverrückbar. Eine weitere Säule ist das, was in den Schulen gelernt wird. Wir erreichen vergleichbare Abschlüsse. Damit sind die Rahmenpläne gemeinsam, und entsprechend gibt es dieselben Ziele und Kompetenzen, die zu entwickeln sind. Auch die Abschlüsse, die ich gerade erwähnte – – Wir stehen nach wie vor zu dem Ziel, dass in jeder Schulform jeder Abschluss erreicht wird. Der SPD steht es gut, dass sie nach über zehn Jahren Schulstrukturreform auch reflektiert auf die letzten zehn Jahre schaut. Wir haben eine Sache gelernt: gleichwertig heißt nicht, dass Sachen im Gleichschritt erfolgen. Wir haben 12- und 13-jährige Bildungsgänge. Sachen, die für den 13-jährigen Bildungsgang gelten, müssen nicht zwangsläufig in einem zwölfjährigen Bildungsgang gelten. Deswegen haben wir uns entschieden, zuzuhören, wenn die Gymnasien sagen: In der 10. Klasse ist es fast unmöglich, die Vorbereitung für die Qualifikationsphase zu erreichen und zeitgleich den Stoff des MSA zu erarbeiten –, und haben uns zu diesem Schritt zusammen mit der CDU entschieden und halten ihn auch für richtig. [Vereinzelter Beifall bei der SPD und der CDU] Das Lob der Grünen beim Thema Präsentationsprüfung nehme ich gerne an, denn da bin ich auch dem Koalitionspartner dankbar, dass wir den Weg gegangen sind anzuerkennen, dass die Vorbereitung für die fünfte Prüfungskomponente im Abitur essenziell ist, dass es vorher eine Prüfungsphase gibt, und dass wir das deswegen zurück in die Verordnung geholt haben. Einen Punkt würde ich gerne zum Schluss sagen: Ich habe nicht ohne Grund nicht von der Unterscheidung zwischen ISS versus Gymnasien gesprochen, sondern von 12- und 13-jährigen Bildungsgängen. Wir werden uns der Frage stellen müssen: Wie stärken wir bildungsstarke Schülerinnen und Schüler in unseren Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen? – Deswegen wird auch bei diesem Themenfeld, der Schulstruktur, noch einiges zu besprechen sein in diesem Raum. Ich freue mich darauf! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU]

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