Antonín Brousek
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Freunde von der demokratischen Opposition! Und werte Abgeordnete des selbst ernannten demokratischen Blocks! Wir wollen uns heute mit Gendersprache beschäftigen. Das ist an sich eine Petitesse. [Heiko Melzer (CDU): Bisher haben Sie nur Unsinn erzählt!] Allerdings ist es so, dass dahinter ein Stück Kulturkampf steht. Auch wenn Sie denken, dass Sie meine Position kennen, möchte ich Sie jetzt überraschen: Gendern Sie! Gendern Sie in der Verwaltung! Gendern Sie überall! Gendern Sie, was das Zeug hält! [Zuruf von Kristian Ronneburg (LINKE)] Der Wähler wird es Ihnen danken, indem er die AfD wählt. [Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: Bravo!] Der Wähler erkennt nämlich an dieser Sprache, dass die Verantwortlichen in dieser Stadt und in diesem Land [Zuruf von Elke Breitenbach (LINKE)] keine Basisdemokraten sind, wie wir es sind, [Lachen von Katina Schubert (LINKE)] sondern ideologisch Infizierte. [Zuruf von Vasili Franco (GRÜNE)] Gendern wird von 80 Prozent der billig und gerecht denkenden Menschen in diesem Lande abgelehnt. Das wird von Ihnen ignoriert. [Zuruf von den GRÜNEN] Derartige Spracherfindungen, Sprachmanipulationen, ich möchte sagen, Quatschsprachen führen beim Bürger zu Entfremdung, Irritation, Ablehnung und Hass. [Vereinzelter Beifall bei der AfD – Zurufe von der LINKEN] Es gab schon einmal eine Zeit, in der eine kleine Gruppe es ablehnte, so zu reden wie das deutsche Volk. Das war im 18. Jahrhundert, als der deutsche Adel nicht deutsch sprechen wollte, sondern französisch. Die Macht des Adels war irgendwann vorbei. Sie aber wollen durch diese Sprache zeigen, dass Sie die Menschen umerziehen wollen. Sie wollen den Willen der Menschen missachten. Sie zeigen sich, wenn man diese Sprache nicht gut findet, vom unbelehrbaren Volk, dem „großen Lümmel“, wie Heinrich Heine es nannte, enttäuscht. Meine Empfehlung, gerade auch in Hinblick auf die Wahlen im Landkreis Sonneberg, ist: Wenn Sie vom Volk so enttäuscht sind, und ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin frei Bertolt Brecht, wäre es da nicht besser, Sie lösten das Volk auf und wählten sich ein neues? [Beifall bei der AfD – Elif Eralp (LINKE): Brecht würde sich im Grab umdrehen! Der Heine auch!] Gendern in der Politik, Verwaltung und Justiz, das geht nicht. Was soll denn eigentlich damit bewirkt werden? – Angeblich sollen diskriminierte Frauen sprachlich sichtbar gemacht werden. Ich zum Beispiel erkenne Frauen auch so. [Beifall und Heiterkeit bei der AfD – Vasili Franco (GRÜNE): Außer in Ihrer Fraktion! Da gibt es ja kaum eine!] Vor allem aber kann eine politische Zielrichtung nicht durch Sprachumbau erreicht werden. Das ist doch zutiefst falsch und zutiefst lächerlich.
