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Stephan Standfuß

CDU 29.06.2023 Sitzungen 19/33

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Lieber Sportlerinnen und Sportler und Teilnehmer der Special Olympics World Games letzte Woche hier bei uns in Berlin! Als Sportpolitiker hat man es manchmal nicht so einfach. Die Sportmetropole Berlin muss mit internationalen Erfolgen und Großveranstaltungen aufwarten, damit man hier in der Aktuellen Stunde mal mehr als drei Minuten sprechen darf. Ich sage nur: Special Olympics World Games bei uns in Berlin waren die größte Multisportveranstaltung seit den Olympischen Spielen 1972. Ich glaube, Berlin hat das geschafft, wir haben das geschafft. Man kann stolz darauf sein, was Berlin in der letzten Woche geleistet hat. [Beifall bei der CDU und der SPD – Beifall von Karsten Woldeit (AfD)] Was war das für eine grandiose Woche für diese Stadt! Was waren das für mitreißende Bilder, die um die ganze Welt gingen, angefangen mit dem Berliner Abend im Verkehrsmuseum, mit der Eröffnungsfeier im farbenfroh erleuchteten und gut gefüllten Olympiastadion, vor allem mit den tollen Wettkämpfen, den Athletinnen und Athleten, die Höchstleistungen vollbracht haben, den Ehrenamtlichen, den Volunteers, den Helfern und den Betreuern, ja bis hin zur Abschlussveranstaltung mit mehr als 20 000 Besucherinnen und Besuchern vor dem Brandenburger Tor. Da hat kein Weiterer mehr reingepasst. Ganz großer Sport! Was war das für eine großartige Stimmung hier in der Sportmetropole Berlin: Wo man auch war, überall nur fröhliche Gesichter, geschätzt bis zu 10 000 Umarmungen alleine für die Maskottchen. Unter den Athletinnen und Athleten konnte man die Umarmungen nicht zählen, aber ich gehe davon aus, dass es ein Vielfaches mehr war. Was war das für eine großartige Organisationsleistung, zum einen seitens der Veranstalter – und hier ganz herzliche Grüße an die Vertreter der Special Olympics Berlin, Karin Halsch als Vorsitzende und Philipp Bertram als Geschäftsführer –, [Beifall bei der CDU, den GRÜNEN und der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD – Beifall von Karsten Woldeit (AfD)] aber auch seitens der Förderer, dem Bundesinnenministerium und vor allem der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin. So war es auch kein Wunder, dass wir über die ganze Woche dieser großartigen Veranstaltung, den Special Olympics World Games, auch einen gut gelaunten Regierenden Bürgermeister Kai Wegner gesehen haben und auch eine gut gelaunte Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger, die dieses Topsportevent mit ihrem Team, angeführt von Frau Staatsekretärin Böcker-Giannini, hier in Berlin überhaupt erst ermöglicht hat. [Beifall bei der CDU und der SPD] Der Redakteur des „Tagesspiegels“, Herr Goldstein, schreibt dazu, und ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin: So viele vor Freude strahlende Menschen auf einem Haufen habe ich lange nicht mehr getroffen. Das hat nicht nur beflügelt, sondern an vielen Stellen viele Menschen sehr berührt. Es berührt einen auch, wenn man weiß, wie wichtig diese Spiele gerade für Menschen mit geistiger Einschränkung in Berlin waren. Die große Anzahl der Teilnehmenden – insgesamt übrigens 7 000 Athletinnen und Athleten aus 176 Delegationen – gehören leider immer noch zu einer Minderheit von 8 Prozent, die überhaupt einen Zugang zum Sport haben. Genau deshalb ist die Idee der Special Olympics Global, die von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester des US-Präsidenten John F. Kennedy, ins Leben gerufen wurde und in der letzten Woche in Berlin einen ihrer Höhepunkte erlebte, für 5,2 Millionen Athletinnen und Athleten in 174 Ländern so wichtig, um Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung stärkere Aufmerksamkeit und Teilhabe zu verschaffen. Das war Sinn und Ziel dieser Veranstaltung. Die Fakten zeigen, dass wir dieses Ziel in der letzten Woche hier bei uns in Berlin mit Bravour erreicht haben. Meine Damen und Herren aus anderen Fachbereichen, Kultur et cetera! Sie müssen jetzt ganz stark sein, denn jetzt kommen weitere Superlative: 7 000 Athleten und Athletinnen aus 174 Ländern, das kann man gar nicht oft genug sagen, im Übrigen aktuell fast ausgeglichen zwischen Männern und Frauen. Die größte Delegation mit 573 Teilnehmern kam übrigens aus Deutschland, davon 48 aus Berlin. Die älteste Athletin, die dabei war, wird im August 70 Jahre, und die jüngste Athletin, die dabei war, ist gerade mal 12 Jahre alt geworden. Was besonders bemerkenswert ist: Drei Athleten nehmen schon mehr als 40 Jahre an den Special Olympics teil. Das zeigt auch das Angebot, das diese Sportveranstaltung abdeckt. Insgesamt waren es neun Wettbewerbstage in 26 Sportarten mit 1 334 Wettbewerben und übrigens der gleichen Anzahl an Siegerehrungen. Das macht 4 002 Medaillen für großartige Leistungen für die Erst- bis Drittplatzierten, aber auch für alle anderen Teilnehmer. Das ist gerade das Schöne an dieser Veranstaltung. Im Unterschied zu den Olympischen Spielen und den Paralympischen Spielen wird bei den Special Olympics kein Medaillenspiegel geführt. Man stellt hier ganz bewusst die Zusammenkunft und ein sportliches Miteinander in den Vordergrund und verzichtet auf Konkurrenzdruck. In acht Sportstätten wurde um Medaillen gekämpft. Zentrale Orte waren das Berliner Messegelände sowie der Olympiapark als Veranstaltungsort. Für die Eröffnungsfeier wurde das Olympiastadion nicht ohne Grund – gerade schon erwähnt – ausgewählt, für die Abschlussfeier der Bereich um das Brandenburger Tor. Das waren runde Veranstaltungen, die schöne Bilder in die Welt gesandt haben. Die Zielsetzung war, sowohl hervorragende Wettbewerbsstätten zu bieten als auch die Wettbewerbe in die Innenstadt zu bringen, um auch Touristen und all jene darauf aufmerksam machen, die eher die Innenstadtbezirke frequentieren. Das ist auch geglückt. Bestimmte Wettbewerbe fanden genau deshalb auf der Spree, auf der Straße des 17. Juni und an der Oberbaumbrücke statt. Die TV-Einschaltquoten waren bei solchen Wettbewerben so hoch wie nie zuvor. Wir hatten im Olympiastadion abends schon durchschnittlich eine halbe Million Zuschauer. Auf dem Innenfeld wurden sowohl die Athleten empfangen als auch die Flame of Hope, die in Athen entzündet wurde, entsprechend übergeben. Die Allianz von elf Medienhäusern sorgte unter anderem für mehr als 400 Stunden Liveprogramm. 130 Spielstätten waren digital vernetzt. Das ist mehr als bei allen Olympischen Spielen zuvor. Zu den Volunteers: 18 000 Volunteers aus 126 Ländern unterstützten dabei die Durchführung. 9 000 Familienmitglieder waren beim Empfang im Berliner Zoo mit dabei. 216 Kommunen waren vor den Spielen im Host Town Program Gastgeber für die Delegationen, und rund 5 000 Athletinnen und Athleten, das ist sehr wichtig, nutzten das Hilfsprogramm Healthy Athletes. Das begleitete die Veranstaltung als Gesundheitsprogramm mit – wurde eben schon erwähnt –, bei dem die Athleten von Gesundheitsexperten kostenlose medizinische Untersuchung und Beratung erhielten. Das diente dazu, die medizinische Grundversorgung gerade von Menschen mit geistiger Einschränkung und Mehrfachbehinderung zu verbessern. 100 Ärzte, 70 Zahnärzte und 715 Studierende und Auszubildende unterstützten dieses Programm als freiwillige Helfer. Da mal ein herzliches Dankeschön an alle, die das gemacht haben! [Beifall bei der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der LINKEN – Beifall von Karsten Woldeit (AfD)] Es kam zu über zehn akademischen Studien, gerade im Gesundheitsbereich, so viele wie nie zuvor bei Special Olympics World Games. Die Aufzählung von Fakten und Superlativen könnte ich unendlich fortsetzen, aber ich glaube, an der Stelle ist auch noch einmal Zeit, sich ganz herzlich zu bedanken: bei all denen, die diese tolle Woche ermöglicht haben, vorneweg bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, bei den Volunteers, bei den Veranstaltern, natürlich auch beim Landessportbund, der das begleitet hat, und bei der Senatsverwaltung, hier vertreten durch Iris Spranger, aber, man muss auch fair sein, auch bei allen Fraktionen. Denn dieses Projekt ist tatsächlich fraktionsübergreifend unterstützt worden. Vor allem zum Schluss, mit am wichtigsten, der Dank an alle Berlinerinnen und Berliner, die für eine großartige und tolle Stimmung in dieser Stadt gesorgt und damit gezeigt haben, dass die Athleten und alle Teilnehmer zu Gast bei Freunden waren! [Beifall bei der CDU und der SPD – Beifall von Klara Schedlich (GRÜNE) und Karsten Woldeit (AfD)] Ja, natürlich hat die Veranstaltung auch etwas gekostet, aber sie hat vor allem sehr viel gebracht. Berlin hat mit diesen Spielen, die perfekt organisiert waren, der großen Anzahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern und Helferinnen und Helfern, die zu koordinieren waren, und insgesamt 330 000 Besucherinnen und Besuchern bewiesen, dass es sportliche Großveranstaltungen stemmen kann. Wir müssen an der Stelle zwei Auswertungsergebnisse bewerten und benennen. Wir müssen den Schwung mitnehmen, zum einen für den Inklusionsgedanken, das gilt sowohl für die Vereine – Pfeffersport wurde eben schon als vorbildlicher Verein genannt –, das gilt aber auch für die Förderprogramme über den LSB und natürlich auch für die zukünftige Planung von Sportstätten. Da muss noch mehr geschehen, da gebe ich Frau Schedlich an der Stelle recht. Zum anderen freuen wir uns auch über die angenehme Art und Weise, die die Berlinerinnen und Berliner an den Tag gelegt und die klargemacht haben: Man ist hier zu Gast bei Freunden. Das Interesse, das die Berlinerinnen und Berliner an Großveranstaltungen gezeigt haben, kann man an der Stelle nicht wegreden. Es war großartig, und es geht noch weiter mit Großveranstaltungen in der Sportmetropole: nächstes Jahr die EM bei uns in Deutschland, und ja, natürlich auch die Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036. Frau Schedlich, da bin ich komplett anderer Meinung. Ich glaube, dass die Stadt erstens bewiesen hat, dass sie Großveranstaltungen kann, und dass es zweitens eine große Chance für diese Stadt ist, gerade auch was die Aufklärungskampagne angeht. Nach den Nazi-Spielen 1936, 100 Jahre später, kann man zeigen, was Berlin machen kann, was Berlin erreichen kann, wie sich Berlin zum Positiven verändert hat. Aber auch was die Nachhaltigkeit angeht, müsste das in Ihrem Sinne sein. Wir haben die Möglichkeit, in Berlin wirklich nachhaltige Spiele anzubieten. Das gilt für die gesamte Sportinfrastruktur. Am Ende ist es natürlich auch ein Asset für alle 750 000 Sportlerinnen und Sportler, die hier in Berlin in Vereinen organisiert sind, aber auch für alle, die zusätzlich noch obendrauf kommen, die hier in dieser Stadt frei Sport betreiben. Deshalb: Nehmen wir auch da den Schwung mit und bewerben uns für die Olympischen Spiele 2036! – Herzlichen Dank! [Beifall bei der CDU und der SPD – Vereinzelter Beifall bei der AfD]

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