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Tamara Lüdke

SPD 23.03.2023 Sitzungen 19/28

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Abgeordnete! Der AfD ist leider kein Thema zu schade, um es – auch hier in diesem Antrag – dazu zu missbrauchen, ein angebliches Scheitern der Energiewende herbeizureden, die Sanktionspolitik des Bundes zu kritisieren, nur um wieder einmal zu verschweigen, dass die steigenden Energiekosten schlussendlich die Folge eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges von Russland gegen die Ukraine sind. [Beifall bei der SPD – Ronald Gläser (AfD): Haben Sie mal zugehört? – Weitere Zurufe von der AfD] Mit einem kleinen Seitenhieb gegen die Gebührenordnung für Tierärzte haben Sie auch noch mal mit aufgelistet, wie egal Ihnen eigentlich gute Arbeitsbedingungen in der Veterinärmedizin sind. Und um dem Ganzen noch einen oben draufzusetzen, stellen Sie diesen Antrag – scheinbar dringlich gemeint; Sie haben gerade noch einmal darauf verwiesen, denn es muss ja unbürokratisch passieren – im Dezember und lassen den dann aber vier Monate einfach liegen, anstatt ihn bereits in die Ausschüsse und in die Beratung zu bringen. Ich kann nicht verstehen, dass Ihnen das nicht mal peinlich ist. Es kann nur ein schlechter Scherz sein. [Beifall bei der SPD – Zuruf von der AfD] Was ohnehin komplett fehlt und auch in der Rede gerade gefehlt hat, ist ein Dankeschön. Danke dafür, dass der Tierschutzverein für Berlin bereits seit 1841 die Aufgabe übernimmt, sich um verlassene Haustiere zu kümmern. Dabei basiert der Ablauf im Tierheim zu größten Teilen auf ehrenamtlicher Zeit und Spenden, die die Berlinerinnen und Berliner bereit sind zu geben. Das Tierheim ist nicht nur die Sammelstelle, die wir als Land und auch als Bezirk finanziell unterstützen. Das Tierheim ist auch viel mehr als eine PR-Kulisse für niedliche Katzenbilder. Das Tierheim leistet wichtige Kampagnenarbeit zum Umgang mit Tieren. Es vergibt Kastrationsgutscheine, damit unsere Straßen nicht mit irgendwelchen streunenden Miezen überfüllt sind. Das Tierheim organisiert eine Weihnachtsfeier extra für Tiere. Und im Tierheim – meine Lieblingsaktion – lesen schüchterne Kinder scheuen Katzen aus Büchern vor. Es gibt noch so viele weitere Beispiele dafür, warum wir nicht nur das größte, sondern auch das großartigste Tierheim Europas haben. [Beifall bei der SPD] Weil wir das wertschätzen, sind wir selbstverständlich – übrigens direkt – in Kontakt mit dem Tierheim Berlin und in einem regelmäßigen Austausch, um den Fluss von konkreten Hilfeleistungen zu organisieren – bezüglich Energiepreissteigerungen, in der Vergangenheit auch schon zur Sanierung der Gebäude und zur Deckung der Kosten. Zusätzlich unterstützen wir bereits die Tiertafel, um zu verhindern, dass die Berlinerinnen und Berliner ihre Tiere abgeben müssen. Kurzum: Ihr Antrag ist überflüssig. Sie wissen es wahrscheinlich schon längst selbst; ansonsten hätten sie ihn auch nicht so lange liegen lassen. – Ich möchte die Situation aber noch dazu nutzen, um hier dafür zu werben, dass man sich ein Tier wirklich nur mit großem Bedacht anschaffen sollte. Wir müssen anerkennen, dass Tierheime nicht nur eine kommunale Pflichtaufgabe erfüllen. Wir müssen außerdem verstehen, dass Tiere nicht als Gegenstände angeschafft und dann entsprechend wieder abgegeben werden können, sondern dass sie als gleichberechtigte Lebewesen in einen Haushalt einziehen, dass sie dort ein Recht auf gute Lebensbedingungen, also auf eine artgerechte Haltung haben und nicht allein unseren persönlichen Bedürfnissen, unserer Unterhaltung oder der Erfüllung von irgendetwas dienen. [Beifall bei der SPD – Beifall von Björn Wohlert (CDU)] Das gilt für einen niedlichen Hund, und es gilt auch für die exotische Bartagame. Sie sind nicht Accessoire und auch nicht Einrichtungsgegenstand, sie sind eine langfristige Verpflichtung, und die kann auch noch sehr viel Freude bereiten. – Vielen Dank! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU]

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