Johannes Kraft
Vielen Dank für die Frage, Frau Gennburg! Das, was Sie tun, und wie Sie die Frage stellen, ist genau das Problem, das wir in dieser Stadt haben, das Ihre Koalition hat. [Beifall bei der CDU – Beifall von Harald Laatsch (AfD), Dr. Maren Jasper-Winter (FDP), Björn Matthias Jotzo (FDP) und Holger Krestel (FDP)] Genau das ist das Problem. Sie spielen die Interessen der einen gegen die der anderen aus. Sie sagen: entweder Wohnung oder Grün. Entweder Fahrrad oder Auto. – Das ist genau der falsche Ansatz für diese Stadt, für Berlin. Wir müssen Dinge zusammen denken. Dafür gibt es hervorragende Konzepte. Ich erinnere mal an eines: Wir haben uns in Pankow – ich komme aus Pankow, da habe ich meinen Wahlkreis, das wissen Sie – mit 17 Vereinen, Initiativen und Verbänden aus der Region, aus dem Norden Pankows zusammengesetzt und gesagt: Wir sind nicht gegen die Bebauung, sondern wir können uns das vorstellen, weil davon sowohl die neu Hinzuziehenden als auch die Anwohner profitieren. Das übrigens ist unser Verkehrskonzept. Es sind jetzt inzwischen 19 Vereine und Initiativen. Die vertreten mehrere Tausend Menschen in der Region. Die lassen sich übrigens nicht gegeneinander ausspielen, sondern die haben sich gerade jüngst wieder zu Grundlagen einer Stadtentwicklung und Verkehrspolitik abgesprochen, wie sie sich die Bevölkerung vorstellen kann. So muss man es machen, partizipativ, zusammen mit den Menschen und nicht immer den einen gegen den anderen ausspielen. [Beifall bei der CDU] Zur Lösung: Was muss passieren? Was schlagen wir hier vor? – Wir brauchen eine vernünftige und nachhaltige Stadtentwicklungs- und Verkehrspolitik. Wir müssen die Gegebenheiten vor Ort betrachten, die Bedürfnisse der Anwohner berücksichtigen, und wir müssen großräumig betrachten, nicht immer nur das eine und das andere Baufeld daneben, und zwar einzeln und singulär, und damit begründen, warum dann alle jetzt mit dem Fahrrad fahren können oder warum es eine S-Bahn-Verlängerung nicht braucht.
