Cornelia Seibeld
Vielen Dank, Frau Präsidentin! – Es ist ein Thema, noch dazu um diese Uhrzeit, am Ende einer langen Plenarsitzung, das es nicht einfach macht, darüber zu reden. Ich glaube, wir sind uns in dem Ziel, dass Eltern von Sternenkindern, Mütter und Väter, die davon betroffen sind, Unterstützung brauchen, und zwar in vielen Fällen sicherlich auch länger Unterstützung als die Hebammenbetreuung, die es auch jetzt im Anschluss schon gibt – das ist richtig –, alle einig. Kollegin Golm hat angesprochen, dass der Antrag in manchen Teilen sehr unterschiedliche Dinge ineinanderwürfelt und handwerklich Fragen offenlässt. Insofern sollten wir ihn im Ausschuss beraten und uns vielleicht im Rahmen einer Anhörung fachkundige Hilfe zu der einen oder anderen Frage holen. Anders als Kollegin Golm finde ich die Erhebung von Daten für Berlin durchaus sehr relevant und sehr wichtig, weil man, ohne Berlindaten zu haben, also wenn man nur die Bundesdaten runterbricht, keine Grundlage hat, auf der man den Umfang des Problems und daraus folgende Maßnahmen ableiten kann. Auch Mittel für die Erforschung der Ursachen von Fehl- und Totgeburten aufzustocken, kann durchaus sinnvoll sein. Auch das müsste man sich im Ausschuss noch mal anhören. Die Forderung, dass alle Berliner Krankenhäuser finanzielle Ressourcen, Personal et cetera dazu bekommen müssen, ist eine, fürchte ich, die Berlin nicht erfüllen kann, denn ich nehme an, dass das über die Krankenkassen und den Bund geregelt werden müsste und der Berliner Senat daher bestenfalls im Rahmen einer Bundesratsinitiative tätig werden könnte. Vermutlich betrifft das auch nur die Berliner Krankenhäuser, in denen es eine Geburtenabteilung oder jedenfalls eine gynäkologische Abteilung gibt. Nicht von dem Antrag erfasst wären dann allerdings die Fälle, die beim Frauenarzt oder in ambulanter Behandlung stattfinden, die, was die Traumatisierung der Eltern und die seelischen Folgen angeht, nicht weniger relevant sind als die, die in Krankenhäusern stattfinden. Zu der Frage, inwieweit mit den Friedhofsverbänden ein Dialog zu führen ist: Das würde ich ausdrücklich für wünschenswert halten. Ja, da hat es in den letzten zehn Jahren eine deutliche Entwicklung gegeben, das ist besser geworden; da ist aber tatsächlich noch sehr viel Luft nach oben. Insofern kann man da gut Gespräche führen. Alles in allem würde ich sagen: Lassen Sie es uns im Ausschuss beraten – es ist ein wichtiges Thema, insbesondere natürlich für die Familien, die davon betroffen sind – und uns mit der fachlichen Expertise dann eine gemeinsame Meinung bilden, an welcher Stelle wir den Eltern tatsächlich noch unterstützend unter die Arme greifen können. Denn eines ist klar: Auch Eltern von totgeborenen Kindern sind Eltern und haben den Anspruch, mit der entsprechenden Empathie und Feinfühligkeit in einer solch schwierigen Situation unterstützt zu werden. – Vielen Dank! [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD und der LINKEN – Beifall von Dr. Maren Jasper-Winter (FDP)]
