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Thorsten Weiß

AfD 17.11.2022 Sitzungen 19/21

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die Zahlen sind dramatisch. Über eine halbe Million Kinder und Jugendliche in Berlin haben keinen Vater und keine Mutter mehr. Sie haben „Elter 1“ und „Elter 2“. Künftig müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Kind aus der Schule kommt und Ihnen sagt: Du bist nicht mehr meine Mutter! – Haben Sie aber keine Sorge, dass das Verhältnis zu Ihren Kindern gestört sein könnte. Nein. Ihre Kinder hatten einfach in der ersten Stunde diversitätsorientierte Sprachförderung bei einer Lehrkraft, einem „Lehri“ oder einem „Lehrx“, sonst ändert sich nichts. Wenn man früher in der Schule gelernt hat, dass man „antifaschistischer Schutzwall“ und nicht „Mauer“ sagt, dann kann man heute wohl offenbar auch auf Mutter und Vater verzichten. [Beifall bei der AfD – Zuruf von Werner Graf (GRÜNE)] Sprache ist nicht am Reißbrett von Ingenieuren entworfen worden, sondern vor allem etwas historisch Gewachsenes. Für eine positive seelische und geistige Entwicklung junger Menschen ist die Ausbildung einer guten Sprachfähigkeit unabdingbar. Gendersprache aber nimmt keinerlei Rücksicht auf das gewachsene Kulturgut und unterwirft es künstlich den Zielen einer vermeintlichen Geschlechtergerechtigkeit, die auf diese Weise nicht einmal erreicht wird. Welche normale Frau fühlt sich durch ein Gendersternchen oder die heute praktizierte Schluckaufsprache von Fernsehsprechern schon gleichberechtigt? [Ronald Gläser (AfD): Gar keine!] Am 31. Mai diskutierte der Bayerische Rundfunk mit „Gäst*innen“ und „Schüler*innen“ in einem Diversitätstalk über das Thema Gendern. Nach der Gesprächsrunde wurde eine „Schüler*innen“-Befragung durchgeführt. Die Moderatorin stellte mit Entsetzen fest: Die Antwort: Gendern finde ich ab jetzt klasse –, hatte niemand gewählt. [Beifall bei der AfD – Lachen von Ronald Gläser (AfD)] Die „Schüler-Schluckauf-innen“ votierten stattdessen für: Gendern finde ich ab jetzt doof, Gendern finde ich weiterhin unnötig. – Das deckt sich auch mit Umfragen, nach denen eine deutliche Mehrheit der Deutschen – nämlich zwei Drittel, übrigens 60 Prozent aller Frauen – diesen orwellschen Sprachunsinn ablehnt. Zu welchen idiotistischen Auswüchsen diese Ideologie schließlich führen kann, hat im letzten Jahr eindrucksvoll die Stadt Weimar bewiesen, wo die Geschäftsordnung des Stadtrates nicht etwa nur gegendert wurde, sie wurde in ausschließlich weiblicher Form geschrieben. Dort regiert seitdem die Oberbürgermeisterin Peter Kleine. Klingt nicht nur irre, ist es auch. [Beifall bei der AfD – Werner Graf (GRÜNE): Oh! Das ist schlimm für Sie?] Ja, Sprache künstlich zu beeinflussen, ist möglich. Philipp von Zesen kreierte Wörter, die in unseren Sprachgebrauch eingingen. Wörter wie Augenblick oder Leidenschaft erscheinen uns natürlich, sind aber Kunstschöpfungen. Gendersprache dagegen ist keine Bereicherung, sondern eine Zumutung, eine Sprachverhunzung: „Zufußgehende“ in der „Fußgänger*innenzone“, „Krankenschwester*innen“, „Mitglieder*innen“, eine „Singersongwriter*innenszene“, „Prostatapatient*innen“, und aus Oberbürgermeister wird „Oberbürger*Innen*meister*In“ mit drei Sternchen und zwei Binnen-I. [Beifall von Gunnar Lindemann (AfD) – Zuruf von Christian Hochgrebe (SPD)] Die Gendersprache ist neben Jutebeutel und Tofuwurst wahrscheinlich die größte Errungenschaft, die uns die politische Linke beschert hat. Der freiheitliche Traum der Leistungsgesellschaft verheißt den sozialen Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär. Der rot-grüne Traum der geschlechterneutralen Gesellschaft weist den einzigen Weg vom Tellerwäscher zum Tellerwaschenden. Mehr ist im Ökosozialismus nicht drin. Das Ringen um eine gendergerechte Sprache ist eine Bankrotterklärung der politischen Linken. [Beifall bei der AfD – Lachen von Ronald Gläser (AfD)] Mit unserem Antrag fordern wir deshalb die verbindliche Anwendung des amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung. Wir wollen keine kruden Wortschöpfungen und keine gesprochenen Kunstpausen. Wir wollen keinen Genderkrampf an den Berliner Schulen. Wir wollen eine verständliche Sprache, die grammatikalisch korrekt ist und eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung findet. Dass es durchaus bürgerliche Mehrheiten gegen diesen Irrsinn gibt, haben erst vor Kurzem die Fraktionen der AfD und CDU in Thüringen bewiesen oder im letzten Jahr die Gemeindevertretung Bestensee in Brandenburg, wo mit den bürgerlichen Mehrheiten aus AfD, CDU und Freien Wählern ein entsprechender AfD-Antrag angenommen wurde. [Beifall bei der AfD – Antonin Brousek (AfD): Ja!] Mein Appell also an dieser Stelle geht an die CDU: Hören Sie auf Ihren Parteivorsitzenden Friedrich Merz, der sich erst im September gegen die Gendersprache ausgesprochen hat, und stimmen Sie unserem Antrag zu! – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [Beifall bei der AfD]

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