Stephan Machulik
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Sehr geehrte Gäste! Sehr geehrter, hochgeschätzter Kollege Reifschneider! Ich danke Ihnen sehr, dass Sie zur Einleitung noch mal das Problem von vielen Sakkoträgern erklärt haben, wenn man zu viele Scheckkarten hat, dass dann bestimmte Taschen ausbeulen. Wenn das die Begründung für eine digitale App ist, dann Chapeau! Ich habe mehr erwartet. Ich habe auch erwartet, dass Sie vielleicht noch mal erklären würden, warum Sie heute einen Antrag zur Übertragbarkeit des VBB-Umwelttickets einbringen. Ich glaube, hier in diesem Raum möchte jeder, dass eine digitale App sämtliche Funktionen, sämtliche Fahrscheine und am besten noch Mobilitätsdaten übertragen kann. Ich glaube, da sind wir alle geeint. Dementsprechend hätte es diesen Antrag nicht gebraucht. Sie haben explizit das VBB-Umweltticket genommen, weil wir darüber vor drei Monaten im Ausschuss gesprochen haben. Da hat sich Frau Staatssekretärin Niedbal relativ deutlich erklärt, woran es noch hapert. Sie als digitalaffiner Mensch wissen, was es bedeutet, wenn ein zusätzliches Item in eine App programmiert wird, die dafür nicht vorgesehen war. Jetzt ist die Fragestellung: Was machen wir mit dem Antrag? Wenn der zukunftsorientiert noch irgendeinen Sinn hätte, würde ich sagen, okay, lassen Sie uns das mal im Ausschuss besprechen! Wir werden es eh im Ausschuss noch mal besprechen. Wir sind aber in anderen Zeiten. Wenn wir das noch im Ausschuss beraten und beschließen, ist doch die Frage: Gibt es dann noch das VBB-Umweltticket? – Sie sind mit Ihrer Partei auf Bundesebene auf dem Weg zu einem bundesweiten 49-Euro-Ticket. [Zuruf von der FDP: Ist doch super!] Und wir sind hier auf dem Weg zu einem 29-Euro-Ticket. Dann ist halt die Frage: Wird es das Umweltticket, das Sie haben, mit dieser Übertragbarkeit geben? Warum sollte der Senat die BVG irgendwie dazu ermutigen, mehr Geld für eine App auszugeben, wo die Zukunft in einer bundesweiten App liegt? Das Frontend kann anders sein, aber die Engine wird doch da sein. Das ist doch ganz logisch, dass wir ein Datenmodell finden müssen, das in Schleswig-Holstein genauso funktioniert wie in Bayern und Berlin. Dementsprechend frage ich mich wirklich: Ist Ihr Antrag zeitgemäß? Um dann noch damit zu schließen, was Ihr Fraktionsvorsitzender heute groß proklamiert hat: Wir müssen dieser Region eine Heimat für die Zukunft geben. – Da sage ich, das ist es hier jetzt nicht mehr. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir die Wege für die Apps schaffen, dass wir zukunftsfest sind, dass dann in Zukunft tatsächlich alle Fahrscheine über eine neue App buchbar sind, dass wir dann über die Länderöffnungsklausel auch unsere ganzen Dinge mit reinbringen können und dass wir dann für die nächsten Jahre eine App haben, die mehr oder minder von Flensburg bis nach Oberammergau funktioniert! Ich bitte, nicht an alten Zöpfen neue Frisuren auszuprobieren. [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei den GRÜNEN – Beifall von Katina Schubert (LINKE) – Paul Fresdorf (FDP): Da kennen Sie sich ja aus, mit Zöpfen!]
