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Christian Zander

CDU 06.10.2022 Sitzungen 19/17

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Pieroth! Hier gibt es ja gar keinen Dissens, es ist eine gute Sache, dass wir heute das Gesetz über das gemeinsame Register von klinischen und epidemiologischen Daten von Berlin und Brandenburg besprechen und dann später auch in der nächsten Lesung verabschieden werden. Das Register ergibt sich durch das Schließen des Staatsvertrags und auch durch die Änderungen, dass die Zusammensetzung jetzt nur noch aus Berlin und Brandenburg besteht und die anderen Bundesländer da herausfallen sind und sich selber regionalisieren. Wir haben dabei die Hoffnung – vielleicht auch begründetermaßen, Sie haben es ja auch schon angesprochen –, dass sich dadurch die Zusammenarbeit von Berlin und Brandenburg noch mal ein bisschen fokussieren kann und sich die Gesundheitsversorgung und die Struktur der Gesundheitsversorgung von unseren beiden Bundesländern enger vernetzen. Wofür brauchen wir dieses Register? – Wir brauchen es zur Qualitätssicherung und vor allen Dingen, um die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu erhöhen. Aus den Daten, die wir daraus gewinnen, können Rückschlüsse, in welchen Bevölkerungsgruppen und in welchen Regionen bestimmte Krebserkrankungen auftreten, aber auch hinsichtlich Therapien und Präventionsangeboten gezogen werden. Jährlich erkranken in Deutschland eine halbe Million Menschen an Krebs und 220 000 sterben jährlich an Krebs, sodass Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland ist. Es sind etwas mehr Männer als Frauen betroffen. Deshalb kann vielleicht dieses Register noch mal einen kleinen Schub geben in Sachen Gendermedizin, denn die Gendermedizin steht im Bereich der Onkologie noch eher am Anfang. Gerade bei der Onkologie spielt es eine große Rolle, welches Geschlecht die Patienten haben. Zum Beispiel ist es so, dass Frauen grundsätzlich stärker unter Nebenwirkungen leiden und sie deshalb in der Krebsbehandlung häufiger Therapien abbrechen oder nicht mehr antreten. Das hat mit dem unterschiedlichen Fettanteil zu tun und damit, dass Männer dadurch die Medikamente schneller ausscheiden. Frauen behalten es eher und leiden stärker an den Nebenwirkungen. Auch in die Richtung muss man gehen oder vielleicht mal den Weg gehen, dass auch die meisten Medikamente in Patientenstudien an Männern getestet werden. Ungefähr 70 Prozent der Probanden sind männlich, weil es einfacher ist, weil sie nicht diese Hormonschwankungen von den Zyklen haben und so weiter. Deshalb könnte man da auch noch mal gegensteuern und schauen: Wie kann man da bessere Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten schaffen? [Beifall bei der CDU – Beifall von Anne Helm (LINKE)] Insofern begrüßen wir die Einrichtung dieses Registers und hoffen, dass wir wertvolle Erkenntnisse zu Forschungs- und Behandlungszwecken daraus gewinnen können, und wir werden dem selbstverständlich zustimmen. [Beifall bei der CDU – Beifall von Anne Helm (LINKE)]

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