Franziska Brychcy
Sehr geehrte Frau Präsidentin! – Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Günther-Wünsch! Auch wir von der Linksfraktion haben das dringende Anliegen, dem eklatanten Lehrkräftemangel, den wir in der Analyse teilen, wirksam etwas entgegenzusetzen, und am besten sofort. Leider funktioniert dies nicht so einfach, wie Sie es in Ihrem Antrag suggerieren. Die meisten Abordnungen von Lehrkräften benötigen wir dringend – das hat auch Ihre Schriftliche Anfrage ergeben – vor allem in der Lehrkräfteausbildung, im Referendariat und an den lehrkräftebildenden Universitäten für die essenzielle, wichtige Verzahnung von Theorie und Praxis, die auch immer wieder von den Studierenden und den Referendarinnen und Referendaren eingefordert wird. Wir wollen als Koalition in den kommenden Jahren jährlich mindestens 2 300 Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen ausbilden. Die Universitäten schaffen aktuell gerade mal 900. Aber das ist der Schlüssel, um den Lehrkräftemangel künftig zu beseitigen: bedarfsdeckend auszubilden. Das heißt, wir müssen massiv in die Lehrkräfteausbildung investieren. Ab 2023 stehen dafür jährlich 17 Millionen Euro bereit, aber natürlich brauchen wir für diesen Aufwuchs an Lehramtsstudierenden vor allen Dingen auch Dozentinnen, die Unterrichtserfahrung mitbringen, Betreuerinnen und Betreuer im Praxissemester und Seminarleiterinnen und Seminarleiter im Referendariat. Und nein, Frau Günther-Wünsch, das ist kein Luxus. Wir wissen auch, dass aktuell ganz viele Unterrichtsbesuche gar nicht stattfinden können, weil wir so einen großen Personalmangel haben. Das heißt, auch die Wichtigkeit der Abordnungen, die wir auch in der Anhörung im Ausschuss für Wissenschaft und Forschung vor 14 Tagen noch mal mit den Expertinnen und Experten, mit den Universitäten diskutiert haben, hat ergeben, dass diese Abordnungen zentral wichtig sind und wir keinesfalls den Rotstift ansetzen können. [Beifall bei der LINKEN und den GRÜNEN – Beifall von Marcel Hopp (SPD)]
