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Antonín Brousek

AfD 23.06.2022 Sitzungen 19/14

Werte Frau Präsidentin! Liebe Kollegen! Bei „Emilia Galotti“ fragt der Herzog den Hofmaler Conti: „Was macht die Kunst?“ – Und der sagt: „… die Kunst geht nach dem Brot.“ – Genauso verhält es sich mit dem Einzelplan 08. Der Souverän ist diesmal nicht der Herzog, der Souverän ist der Senat oder die Koalition. Also wir sind es auf jeden Fall nicht, denn es steht hier ohnehin fest, was geschieht. Da könnte man ja sagen, was man will, das ist im gewissen Sinne überflüssig. Trotzdem möchte ich betonen, dass ich mich, wenn ich mir den Einzelplan 08 anschaue, immer frage als AfD-Vertreter, denn die AfD ist die Partei auch der deutschen Arbeiterklasse, [Lachen bei der SPD] also der Leute, die Sie, Sie und Sie vergessen haben – – Das Proletariat und das Prekariat, die wählen uns, nicht Sie. [Tobias Schulze (LINKE): Die Arbeiterklasse interessiert Sie nicht! – Zuruf von Silke Gebel (GRÜNE)] Sie werden gewählt von Leuten, die bei mir in Friedenau wohnen und Wohnungen für 800 000 Euro und einen SUV haben; die wählen alle Grün. Ich frage mich als AfD-Kulturpolitiker: Warum sollte ein Handwerker aus Köpenick, warum sollte eine Verkäuferin aus Spandau diese Kultur, die dort niedergelegt ist, finanzieren? – Denn, wenn ich mir das genau anschaue, handelt es sich um ein Versorgungswerk für Seilschaften von Linkskulturschaffenden. [Beifall bei der AfD] „Ein Versorgungswerk“ und „Seilschaften“ deswegen, weil wir einen Kultursenator haben, der stolz erzählt, dass ihn die Künstler mit „Mensch, Klaus!“ ansprechen. Ich glaube, es ist nicht die richtige Grundlage, Geld zu verteilen, wenn man das Geld ausschließlich nach Ideologie verteilt, und Ihre Ideologie habe ich immer wieder angeprangert – zum Beispiel die migrantische und postmigrantische Perspektive im „Maxim Gorki“. Wir haben nichts gegen das Maxim-Gorki-Theater, aber diese Perspektive unter dieser Leiterin, die unter anderen Umständen längst rausgeflogen wäre, ist 16 Millionen Euro im Jahr wert. [Anne Helm (LINKE): Wenn Sie übernehmen, dann werden die alle rausgeschmissen, die Kulturschaffenden!] Diversity Arts Culture: 1,6 Millionen Euro. Ich weiß gar nicht genau, was das ist. Der Hauptstadtkulturfonds – 10 Millionen Euro. Noch mal – man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen –: „Tuntenhaus Forellenhof 1990 – Der kurze Sommer des schwulen Kommunismus“. [Beifall von Carsten Schatz (LINKE)] „Kurzer Sommer“, ja, da ist man ganz froh, dass die Freunde des Schwulen Museums und die Diversitätsoffensive nur 500 000 Euro bekommen. Da ist man froh, aber was wir uns fragen mit Ihrer Vielfalt: Wo im Einzelplan 08 ist denn rechtskonservative Kultur? – Die gibt es bei Ihrer Vielfalt gar nicht. [Beifall bei der AfD – Torsten Schneider (SPD): Halali! – Anne Helm (LINKE): Machen Sie doch mal was für Kultur! – Weitere Zurufe von der LINKEN] – Ich wusste, dass Sie diese unintelligenten Entgegnungen machen würden, aber wissen Sie, haben Sie mal was von Uwe Tellkamp, Botho Strauß oder Monika Maron gehört? – Diese Sachen werden aus ideologischen Gründen nicht finanziert, und ich finde das ungeheuerlich, ich finde das wirklich nicht in Ordnung. Damit möchte ich nur ganz kurz zum Abschluss als Bonmot sagen: Es wundert mich nicht, dass die „FAZ“ im Februar unseren Kultursenator Dr. Lederer als „Kulturverhinderungssenator“ bezeichnet hat. [Beifall bei der AfD – Torsten Schneider (SPD): Halali!] Sie wissen ja: FAZ – „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf.“ – Vielen Dank! [Beifall bei der AfD – Zuruf von Melanie Kühnemann-Grunow (SPD) – Torsten Schneider (SPD): Ich kann „Hoch auf dem gelben Wagen“! Soll ich mal?]

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