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Taylan Kurt

GRÜNE 09.06.2022 Sitzungen 19/13

Nein. – Die Inflation trifft uns zwar alle, ihre Auswirkungen treffen uns aber nicht alle im gleichen Maße. Es sind besonders diejenigen davon betroffen, die vorher schon kaum über die Runden gekommen sind in Berlin und die jetzt am Verzweifeln sind. Es sind die 156 000 Kinder und Jugendlichen in Berlin, die in Armut leben und nun mit einer leeren Brotdose in die Schule gehen werden. Es betrifft die 100 000 Alleinerziehenden in Berlin, die schon immer überdurchschnittlich armutsgefährdet waren, und es trifft jeden siebten Berliner und jede siebte Berlinerin, die Hartz IV oder Sozialhilfe bekommen und jeden Cent nun dreimal umdrehen müssen. Diese Krise untergräbt das Vertrauen dieser Menschen in den Staat. Diese Krise macht die Armen noch ärmer. Hören wir ihnen zu, was das konkret heißt. Unter dem Hashtag „Ich bin armutsbetroffen“ auf Twitter sehen wir es: Armut macht einsam, Armut macht krank, und Armut nimmt den Menschen auch den Lebensmut. Aber eines kann Armut diesen Menschen nicht nehmen, und das ist ihre Würde. Die Würde des Menschen ist unantastbar, so steht es in Artikel 1 des Grundgesetzes. Zu einem würdevollen Leben gehört materielle Sicherheit, die Teilhabe ermöglicht. Ich will in einem Berlin leben, in dem kein Mensch mehr sagt: „Ich habe Hunger“, einem Berlin, das Menschen auffängt, wenn sie Halt brauchen, statt sie sich selbst zu überlassen. Dafür liegt der Ball bei uns als Koalition. Mit einem entschlossenen und ressortübergreifenden Kampf gegen Armut und für soziale Teilhabe, der liefert; mit einem dichten Netz an Hilfseinrichtungen wie den unabhängigen Sozialberatungen, die wir in den Bezirken fördern, weil sie konkret Menschen in Lebenslagen helfen und passgenaue Antworten für Probleme aufzeigen; und mit echter Teilhabe für alle, weil Berlin ohne alle nicht Berlin ist. – Herzlichen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD]

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