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Damiano Valgolio

LINKE 07.04.2022 Sitzungen 19/10

Ja, das haben Sie offensichtlich völlig falsch verstanden, deswegen ist es gut, dass Sie noch mal nachfragen. Ich versuche, es noch mal langsam zu sagen, denn das ist genau das Gegenteil von dem, was ich gesagt habe. Ich habe gesagt, ich finde es falsch, wie einige meiner Vorredner mit so einer Heilserwartung über Start-ups gesprochen haben. Deswegen habe ich gesagt, man muss unterscheiden. Natürlich müssen wir hier Start-ups ansiedeln. Deswegen habe ich ja auch erklärt, was wir in diese Richtung alles machen; wie viel Geld wir dafür in die Hand nehmen, dass wir die Mittel dafür erheblich gesteigert haben. Das ist auch völlig richtig. Wir müssen innovative Geschäftsmodelle hier ansiedeln, und dazu gehören ganz vorne mit dabei natürlich Start-ups. Die brauchen wir hier. Die schaffen auch Wertschöpfung, aber das gilt nicht automatisch für alle Start-ups; das habe ich gesagt. Die Lieferdienste zum Beispiel sprießen wie Pilze aus dem Boden, nicht weil sie irgendwie volkswirtschaftlich Sinn machen, sondern weil es dafür massiv Wagniskapital auf den Kapitalmärkten gibt, das da reindrückt und solche Dinge aus dem Boden drückt. [Beifall von Elif Eralp (LINKE), Orkan Özdemir (SPD) und Sebastian Schlüsselburg (LINKE)] Das bringt gar nichts, und da habe ich gesagt, da muss man unterscheiden. Das bringt auch nichts, wenn wir solche Start-ups hier fördern. Im Gegenteil: Das führt in verschiedenen Bereichen – Arbeitsschutz usw. – bei bestimmten, sogenannten innovativen Unternehmen zu Verheerungen. Da muss man unterscheiden. Es gibt andere innovative Unternehmen, Start-ups, die wir unbedingt hier ansiedeln und fördern müssen. Ich habe es versucht zu erklären: Das sind aus meiner Sicht insbesondere solche, die Geschäftsmodelle entwickeln – Produkte, Software, Dienstleistungen –, die wir verbinden können mit der tatsächlichen Wertschöpfung, die wir in der Stadt haben. Davon haben wir auch eine ganze Menge, Industrieproduktion zum Beispiel. Wenn wir es schaffen, unsere traditionellen Stärken in dem Bereich zu verbinden mit neuen Ideen, mit neuen Geschäftsmodellen, dann halten wir Wertschöpfung in der Stadt, und dann sorgen wir dafür, mit diesen neuen Ideen, dass auch die Industriearbeitsplätze, auch die klassischen Unternehmen, die wir in Berlin haben, gehalten werden und sich weiterentwickeln. Das muss das Ziel sein. [Beifall bei der LINKEN – Beifall von Jian Omar (GRÜNE)] Daimler in Marienfelde zum Beispiel hat es erreicht, auch in Zusammenhang mit neuen Entwicklungen von den Berliner Universitäten, die Elektromobilität nach Berlin zu holen. Dabei haben wir mit der Wirtschaftsförderung auch mitgeholfen. Das ist ein super Beispiel dafür, wie über Wirtschaftsförderung, über Start-ups, über innovative Entwicklungen, die aus Berlin kommen, auch Arbeitsplätze hier gehalten und die alteingesessenen Unternehmen gestützt werden können. So entsteht Wertschöpfung; das ist das, was wir machen müssen. [Beifall bei der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei den GRÜNEN – Beifall von Orkan Özdemir (SPD) und Jörg Stroedter (SPD)] Ich hoffe, das war jetzt verständlich. Sonst sprechen wir gern noch mal im Wirtschaftsausschuss genauer darüber. [Beifall bei der LINKEN – Vereinzelter Beifall bei den GRÜNEN – Beifall von Orkan Özdemir (SPD)]

Alle Reden von Damiano Valgolio Protokoll ↗