Astrid-Sabine Busse
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Vielen Dank für die Frage! Wir haben zusammen mit den Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitikern der Regierungsfraktionen einen sehr guten Kompromiss gefunden, und zwar haben wir den Fokus auf die Jugendlichen gelegt. Wir sind nämlich noch in der Pandemie, und die Jugendlichen haben schon jetzt zwei Jahre Pandemie in den Knochen. Wir führen aber schriftliche Arbeiten im mittleren Schulabschluss durch, auch wenn die Opposition das noch nicht mitbekommen hat. Wer in dieser Zeit aber normale Prüfungsabläufe fordert, den muss ich enttäuschen. Das können wir nicht machen. Wir möchten unbedingt, dass den jetzigen Abschlussjahrgängen keine Nachteile beim Erwerb eines Schulabschlusses erwachsen. [Vereinzelter Beifall bei der SPD, den GRÜNEN und der LINKEN] – Danke! – Mein Ziel ist, den psychologischen Druck zu nehmen, denn wir haben ein einfacheres Leben, wenn wir hier sitzen und darüber sprechen und nicht in der Schule sind. Aber wir wissen auch: Viele Jugendliche wollen auch mal zeigen, was sie gelernt haben. – Es ist keineswegs so, dass in der Pandemie nicht gelernt wurde, aber unter anderen Bedingungen. [Zuruf von der CDU: Ich wünsche mir Frau Scheeres zurück!] – Jetzt müssen Sie aber mit mir Vorlieb nehmen! – [Beifall bei der SPD – Torsten Schneider (SPD): Bravo!] Wir haben schriftliche Arbeiten in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache, und zwar mit zentralen Aufgaben. Nicht die Lehrerin, Frau Müller, macht wie immer die Klassenarbeit, sondern es sind zentrale Aufgaben, sodass eine Vergleichbarkeit entsteht, und die Pädagogen können dann nach Auswertung Diagnostik tätigen und sehen: Wo muss ich gezielt fördern? – Diese Arbeiten gelten aber wie eine Klassenarbeit. Es bleibt natürlich auch noch die Präsentationsprüfung, in der unsere Schülerinnen und Schüler eigentlich besonders zeigen, was sie vielseitig können. Da kommen alle Lernerfolge auf den Punkt, und auch die Jugendlichen, die vielleicht nicht die tollste Mathematikarbeit schreiben, erreichen dort vielleicht eine Eins. Also: Die Präsentation bleibt, drei schriftliche Arbeiten, und die Prüfungszeit beim Schreiben wird verlängert. Die schriftlichen Arbeiten werden wie eine normale Klassenarbeit gewertet und fließen dann in die Gesamtnote ein, sodass wir zur Freude der Jugendlichen sehr erfolgreiche Schulabschlüsse haben werden, sei es beim mittleren Schulabschluss oder beim Abitur, wo es mit den Vereinfachungen unter Einhaltung aller Sicherheitsabstände und der Hygiene so bleibt wie in den anderen Jahren. – Vielen Dank! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN]
