Thorsten Weiß
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Vor zwei Jahren hat meine Fraktion den Senat dazu aufgefordert, ein Gesamtkonzept vorzulegen, um schulischen Lernrückständen und pandemiebedingten Schulproblemen zu begegnen. [Zuruf von Torsten Schneider (SPD)] Außerdem haben wir ein Ende jeglicher Schulschließung gefordert. [Vereinzelter Beifall bei der AfD] Damit wollten wir verhindern, dass gerade bei Kindern aus bildungsfernen Familien weitere Lernrückstände entstehen. Meine Fraktion hat vor den negativen Folgen der Schulschließungen immer gewarnt und ist hier auf taube Ohren gestoßen, übrigens auch bei Ihnen, werte Kollegen der CDU-Fraktion. Ihr Antrag wäre heute überflüssig, wenn Sie in den letzten zwei Jahren diese katastrophale Schulpolitik nicht mitgetragen hätten. [Beifall bei der AfD] Mittlerweile gibt es keine Zweifel mehr daran, wie verheerend die psychosozialen Auswirkungen der Schulschließung für Kinder und Jugendliche sind. Zu den Folgen gehören nicht nur Entwicklungsverzögerungen und Lerndefizite, Bewegungsmangel und Übergewicht, eine zunehmende Zahl von Jugendlichen leidet unter Depressionen bis hin zur Suizidgefährdung. Mit Erlaubnis der Präsidenten möchte ich eine Schulleiterin aus Berlin-Tiergarten zitieren. Frau Dr. Friederike Beyer wurde am 7. Januar im „Tagesspiegel“ wie folgt wiedergegeben – ich zitiere – : Ich bin selbst Schulleiterin einer Berliner Brennpunktschule und sehe seit August die fürchterlichen Auswirkungen dieser Schließung auf unsere Jugendlichen. Was wir seitdem an psychischen Erkrankungen, Verhaltensauffälligkeiten und Gewaltvorfällen erleben, ist unbeschreiblich und kräftemäßig von allen Beteiligten kaum noch zu handhaben. Von den Lernrückständen spreche ich da noch gar nicht. – Zitat Ende. Man kann Kindern und Jugendlichen helfen, Lernrückstände aufzuholen, man kann ihnen aber nicht zurückgeben, was ihnen eine kinderfeindliche Coronapolitik genommen hat.
