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Björn Jungbauer

CSU 22.07.2026 Sitzungen 19/86

Sehr geehrter Herr Vizepräsident, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Vor wenigen Wochen, am 26. Juni, haben 30.000 junge Menschen ihre Zeugnisse in der Hand gehalten. Das war der erste G 9-Abiturjahrgang, und man konnte sehen: Es war kein Experiment mehr, es war ein Ergebnis, und das, was hier beschlossen wurde, kam zur Umsetzung. Der Landesschnitt war 2,13 – besser als jeder der letzten zehn G 8-Jahrgänge davor. Da war der Schnitt 2,25. Das ist kein Zufall, das ist Bildungspolitik, die wirkt. Was sagen unsere Zahlen? – 98 % Bestehensquote; die Breite und zugleich auch die Qualität sind damit bestätigt. Der Philologenverband sagt – ein Zitat –, das G 9 habe seinen "ersten Praxistest bestanden." Die Landeselternvereinigung sagt, die Aufgaben waren "fair, realistisch und (…) gut zu bewältigen". Auch unsere Staatsministerin Anna Stolz hat das entsprechend positiv zur Kenntnis genommen und sich dazu geäußert: Ja, der Aufbau des G 9 ist "erfolgreich abgeschlossen". Wir haben damals den Rahmen beschlossen, und heute sehen wir, was damit gewachsen ist. Nun zu unserer heutigen Beratung: Ja, das Mehr an Zeit und Tiefe, das auch zu den besseren Ergebnissen im G 9 führt, war damals eine gute und richtige Entscheidung. Wir sehen, dass es wirkt. Diese guten Ergebnisse brauchen aber auch eine gute Grundlage – rechtlich, finanziell und auch dauerhaft. Genau das liefert dieses Gesetz, das heute auf den Weg gebracht werden soll, das rechtliche Fundament für das, was damals schon bewiesen wurde und jetzt auch funktioniert: 1.700 Stellenäquivalente mehr als beim G 8 – das braucht Verlässlichkeit und keine Haushaltsvermerke. Heute beschließen wir: Wir gehen weg vom Flickenteppich und hin zu einer klaren Rechtslage. Der Kostenausgleich nach dem Konnexitätsprinzip mit fast 21 Millionen Euro im Jahr wird dynamisiert, gesetzlich verankert. Der Zuschuss in der Qualifikationsphase ist ein Zuschlag, weil G 9 jetzt eben mehr ist als das alte G 9. Der erste Jahrgang hat das Vertrauen zurückgegeben, das wir gegeben haben, und deswegen ist es richtig, dass wir das Gesetz heute auch entsprechend beschließen. In meiner Rede zur Ersten Lesung habe ich davon gesprochen, dass das G 9 immer wieder zu sich selbst zurückkommt. Heute ergänze ich: Ja, der erste Jahrgang ist angekommen, und das Gesetz nun auch. Was aber natürlich an dieser Stelle nicht fehlen darf, auch wenn es jetzt hier speziell um das Gymnasium geht: Wir haben eine breite Bildungslandschaft. Wir haben 13 Wege zur Hochschule. Wir müssen nicht alle unsere Kinder aufs Gymnasium schicken. Das ist wichtig an dieser Stelle, wenn ich von den 30.000 Absolventinnen und Absolventen rede, die kürzlich ihr Abiturzeugnis bekommen haben. Wir haben jetzt auch, am Freitag, knapp 35.000 Realschülerinnen und Realschüler, die auf ihr Zeugnis warten, und ich bin mir sicher, mit großer Vorfreude, weil ein neuer Abschnitt im Leben beginnt. Am Freitag werden auch 61.000 Schülerinnen und Schüler an unseren Mittelschulen ihr Zeugnis bekommen, und auch da zeigt sich deutlich und klar unsere Qualität, vor allem aber auch, dass der direkte Weg über die Berufsausbildung, der direkte Weg an die Hochschule allen offen steht. Es gibt diese 13 Wege, die wir beschreiten können. Warum sage ich das? – Ich sage das, weil immer wieder der Eindruck erweckt wird, nur das Gymnasium sei unser Allheilmittel. – Nein, das ist es nicht. Es ist ein wichtiger und richtiger Weg; aber unsere Schullandschaft ist heterogen. Wir haben für jeden Abschluss einen Anschluss, und ich darf auch für 2026 festhalten, dass wir keine Elitenausbildung, sondern eine Breite in unserem Schulsystem haben. Dafür möchte ich jetzt kurz vor Schuljahresende natürlich allen unseren Lehrerinnen und Lehrern danken. Ich danke aber auch den Eltern für die Begleitung der Kinder, und vor allem natürlich auch den Kindern und Jugendlichen, die jeden Tag in der Schule sind und die sich jetzt auf die Sommerferien freuen. Danken möchte ich aber ausdrücklich auch unserer Kultusministerin Anna Stolz und dem ganzen Ministerium, weil ich glaube – und das zeigt nicht nur dieser Gesetzesentwurf, sondern das zeigt auch dieses Schuljahr –, wir haben Qualität, wir sind gut. Wir haben natürlich Baustellen – so selbstkritisch sind wir –, damit gehen wir um, die packen wir an. Heute ist es wichtig und richtig: Mit diesem Gesetz halten wir Wort. Deswegen werbe ich um Zustimmung. Ich sage herzlichen Dank und freue mich auf die Debatte. (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER)

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