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Simone Strohmayr

SPD 17.06.2026 Sitzungen 19/82

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist schön, dass wir uns am Ende des heutigen Plenartags noch für dieses Thema Zeit nehmen. Schade ist jedoch, dass nur noch wenige hier im Plenum sitzen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn es um Frauen geht, sprechen die Zahlen eine ganz deutliche Sprache, egal, ob es um den Arbeitsmarkt, um Professorinnen an den Universitäten oder wie heute um Gründerinnen geht. Ich möchte ein paar Daten und Fakten zu Frauen in Bayern nennen: Der unbereinigte Gender Pay Gap in Bayern ist 2025 auf 19 % gestiegen. Anstatt dass der Gender Pay Gap kleiner wird, ist er wieder größer geworden. Das ist ein echter Rückschritt. Ganz konkret heißt das: Frauen verdienen hier in Bayern im Schnitt 23 Euro pro Stunde, Männer 28 Euro pro Stunde. Aber damit nicht genug. Der Frauenanteil an Professuren in Deutschland liegt bei knapp 30 %. Bei gleichbleibendem Tempo wäre die Parität dann im Jahre 2054 erreicht. Liebe Kolleginnen und Kollegen, man kann sich das so vorstellen: Die Studentinnen, die sich jetzt an den Universitäten befinden, sind dann in Rente. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich finde es auch wichtig, noch einmal zu sagen, dass in Bayern die Situation für Frauen schlechter ist als in anderen Bundesländern, und zwar bei jedem einzelnen Frauenthema, egal, ob es um den Gender Pay Gap, die Professorinnen oder die Gründerinnen geht. Aber kommen wir konkret zum heutigen Thema, zu den Gründerinnen: Auch diesbezüglich sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Risikokapital fließt überwiegend in männliche Gründerteams. Frauen erhalten gerade einmal 1 % des Investitionsvolumens. Das ist wirklich beschämend. Gleichzeitig sank der Anteil von finanzierten Start-ups, in denen mindestens eine Frau im Gründerteam sitzt, von 21 % im Jahre 2024 auf 19 % im Jahre 2025. Also auch hier geht der Trend für Frauen nicht aufwärts, sondern abwärts. Und warum? – Weil die Investorenlandschaft nach wie vor von Männern dominiert wird. Männer investieren mehr Geld in Gründungen, weil sie mehr Geld verdienen und damit zur Verfügung haben. Außerdem fehlen bei der Kinderbetreuung Angebote für die Randzeiten, und das Elterngeld für Selbstständige ist kaum praxistauglich. Das alles sind keine Ausreden, sondern leider die Fakten. Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist richtig und wichtig, dass die Regierungsfraktionen jetzt endlich einen Bericht einfordern. Lassen Sie mich noch ganz kurz beim Wort "endlich" bleiben. Dieser Bericht – meine Vorrednerinnen und Vorredner haben es bereits gesagt – ist kein Handeln, sondern eine Bestandsaufnahme. Wir wissen bereits jetzt, dass die Zahlen alles andere als ermutigend sind. Wir sagen Ja zum Bericht, aber wir fordern auch konkrete Maßnahmen. Das schulden wir den Frauen in Bayern. Wir stimmen dem Antrag zu. (Beifall bei der SPD)

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