Martin Stümpfig
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die AfD reitet weiter das tote Pferd der Atomkraft, dieses Mal werden Small Modular Reactors thematisiert. Sie bezeichnen sie ein wenig anders. Der Inhalt des Antrags ist wieder einmal falsch. Forschung und Entwicklung sind nicht verboten. Sie finden statt. Sie finden zum Beispiel auch am Forschungsreaktor in Garching, der übrigens seit sechs Jahren stillsteht, statt. Dort besteht eine Professur für angewandte Kerntechnologie. Weiter gibt es nicht den einen Small Modular Reactor. Vielmehr handelt es sich um 80 unterschiedliche Typen in 80 unterschiedlichen Designs, die als mehr oder weniger realitätsfern einzustufen sind. Die meistens sind – und das vereint sie wieder – Papierreaktoren. Sie bestehen nur in PowerPoint-Präsentationen. Weiter ist festzustellen, dass es weltweit keinen einzigen Small Modular Reactor gibt, der in Betrieb ist. Es gibt keinen. Es gibt zwar mehrere kleinere Meiler, zum Beispiel einen in China und einen in Russland; aber keiner von ihnen ist modular. Bei keinem dieser Reaktoren ist eine Serienproduktion geplant. Das ist nämlich die Definition von Small Modular Reactors. Wir bräuchten mehrere Tausend davon, um in Serienproduktion zu gehen. Ich möchte gerne von Ihnen wissen, wo diese Reaktoren stehen sollen. Das zweite Hirngespinst sind die Dual-Fluid-Reaktoren. Dazu haben Sie auch immer gesagt: Das ist die große Zukunft. – Ein deutsch-kanadisches Entwicklerteam hat das Ganze in Ruanda vorangetrieben. Der Prototyp sollte dieses Jahr in Betrieb gehen. Was sehen wir? – Es ist gar nichts vorhanden. Null komma null. Es sind nicht einmal Investoren vorhanden. Wir müssen hier im Haus aufhören, weiter Geld in diese Richtung zu verschwenden. Ich bin jetzt froh, dass die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär auf unserer Seite ist. Sie hat klar gesagt: Small Modular Reactors haben keine Zukunft. Dort wollen wir kein Geld hineinstecken. (Beifall bei den GRÜNEN)
