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Sabine Gross

SPD 17.06.2026 Sitzungen 19/82

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich mache es nicht spannend: Wir werden dem Antrag der GRÜNEN-Fraktion zustimmen. Die SPD-Fraktion sieht aber, dass es wichtig ist, das Drehkreuz München zu stärken. Es gibt nur zwei Drehkreuze für Passagiere in ganz Deutschland, nämlich Frankfurt und München. Drehkreuze bündeln Passagiere aus verschiedenen Regionen an einem zentralen Flughafen, um sie von dort aus effizient zu Langstreckenzielen zu verbringen. Drehkreuze sind für die Wirtschaftlichkeit der Airlines wichtig, da sie eine hohe Auslastung der Flugzeuge und ein weltweit vernetztes Angebot ermöglichen. Zentrale Vorteile sind – das wissen wir alle –: Wirtschaftlichkeit, größere Zielvielfalt, optimierte Flugpläne. Mit München haben wir eines der wichtigsten Luftfahrtdrehkreuze Europas direkt vor unserer Haustür. Wir sollten es schon aus Gründen der Resilienz auf keinen Fall schwächen. Das größte Drehkreuz der Welt ist Dubai. Wir wissen alle, wie unsicher diese Region gerade jetzt aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und dem Iran ist. Viele Airlines, darunter die Lufthansa, haben ihre Direktflüge nach Dubai jetzt erst einmal bis Oktober eingestellt. Umso wichtiger ist die Stärkung unseres bayerischen Drehkreuzes. Aber dafür braucht es keine dritte Start- und Landebahn. (Beifall bei der SPD) Jeder kennt die neue Prognose – das hoffe ich jedenfalls. Der Flughafen München ist darauf ausgelegt, seine Kapazitätsgrenze bis zum Jahr 2033 nicht zu erreichen. Die Kapazitätsgrenze des bestehenden Zwei-Bahnen-Systems wurden vom Betreiber des Flughafens mit 480.000 Flugbewegungen pro Jahr beziffert. Die Grundlage dafür war eine Erhebung aus dem Jahr 2009. Die Prognose des Betreibers wird seit Jahren durch die tatsächlichen Zahlen konterkariert. Zwar steigen die Passagierzahlen wieder leicht; aber steigende Passagierzahlen werden durch größere Flugzeuge kompensiert. Die Fluggesellschaften ersetzen schon seit vielen Jahren die kleineren Maschinen durch größere. Die Lufthansa stellt jetzt den Betrieb ihrer Tochter Cityline ein und spart 20.000 Kurzstreckenflüge und damit 40.000 Tonnen Kerosin. Der Grund dafür ist ganz einfach: Kerosin wird immer teurer und immer knapper. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Deshalb werden die Fluggesellschaften weiter darauf achten, weniger Kerosin zu verbrauchen. Sie werden also größere Maschinen einsetzen und weniger Kurzstreckenflüge durchführen. Es macht daher einfach keinen Sinn mehr, die Möglichkeit einer dritten Start- und Landebahn auf ewig zu zementieren. Das ewige Baurecht für die dritte Start- und Landebahn ist eine ungeheure Belastung für die Anwohner, weil es sie in permanente Unsicherheit stürzt und ihre Immobilien dauerhaft entwertet bzw. so gut wie unverkäuflich macht. Wir müssen den Anwohnern jetzt endlich diese Last von ihren Schultern nehmen. Sie können nicht mehr zwanzig oder dreißig Jahre lang warten. Deshalb stimmen wir dem Antrag der GRÜNEN zu.

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