Christian Hierneis
Herr Vizepräsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Der Antrag zur Abschaffung der Wiederherstellung der Natur ist inhaltlich ein Schlag ins Gesicht unserer und zukünftiger Generationen und außerdem politisch völlig sinnlos, da Sie das Ganze bereits inhaltsgleich als Bundesratsinitiative eingereicht haben. Nur wurde dieser Unsinn letzte Woche im Bundesrat zu Recht nicht behandelt, und eine Mehrheit dafür kriegen Sie auch nicht. Sie, das sind die FREIEN WÄHLER und die Christlich-Soziale Union. Es ist zutiefst unchristlich, den Schutz und die Wiederherstellung unserer bereits großflächig zerstörten Schöpfung abzulehnen. (Beifall bei den GRÜNEN sowie der Abgeordneten Anna Rasehorn (SPD)) Es ist zutiefst unsozial, der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen nicht endlich Einhalt zu gebieten; denn ohne gesunde Umwelt und Natur gibt es keine soziale Gerechtigkeit. Die Bewahrung der Schöpfung und den Schutz unserer bayerischen Natur und damit unserer schönen bayerischen Heimat gibt es also nicht mit der CSU. Ihr Antrag ist Hohn und Spott für Hunderttausende Menschen in Bayern, die sich täglich für den Erhalt und die Verbesserung der Natur in ihrer Umgebung einsetzen. Ja, es gehört einiges an der Verordnung verbessert, zum Beispiel bei der Finanzierung. Daran sollten Sie aber konstruktiv mitarbeiten und nicht alles ablehnen. (Beifall bei den GRÜNEN) Und ja, die Wiederherstellungsverordnung ist herausfordernd. Aber tausendmal herausfordernder wird es für nachfolgende Generationen, in einer kaputten Natur und Umwelt zu leben und zu überleben. Ihnen ist offenbar nicht klar, dass das, was wir heute tun oder, wie Sie, nicht tun, Auswirkungen auf viele, viele nachfolgende Generationen hat. Das hat auch Auswirkungen auf junge Menschen von heute, die im Gegensatz zu den meisten von uns noch viele Jahrzehnte, vielleicht sogar bis zum Ende des Jahrhunderts mit dem leben müssen, was wir ihnen hinterlassen. Die Biodiversitätskrise ist existenziell. Eine funktionierende Biodiversität ist für uns Menschen die Grundlage unseres Überlebens. Wir müssen also im ureigensten Interesse alles dafür tun, dass die Natur zumindest in Teilen – und nur darum geht es – repariert und wiederhergestellt wird. Naturschutz ist Menschenschutz. (Beifall bei den GRÜNEN sowie der Abgeordneten Anna Rasehorn (SPD)) Viele von Ihnen haben Kinder oder auch schon Enkel. Wenn Sie die das nächste Mal sehen, schauen Sie ihnen in die Augen und sagen Sie ihnen, dass Sie gegen die Wiederherstellung der Natur sind, gegen den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen. Ihre Kinder und Enkel werden sich in einigen Jahrzehnten daran erinnern, aber danken werden Sie es Ihnen sicher nicht. Sie reden im Antrag von Einschränkungen für die Landwirtschaft und die Ernährungssouveränität. Ich habe selbst viele Bauern in der Familie. Wissen Sie, was die für die Landwirtschaft brauchen und was wir brauchen für die Ernährungssouveränität? – Wir alle brauchen eine gesunde Umwelt, eine gesunde Natur und ganz besonders die Artenvielfalt. In einer kaputten Natur gibt es keine Landwirtschaft und keine Ernährungssouveränität. (Beifall bei den GRÜNEN sowie der Abgeordneten Anna Rasehorn (SPD)) Unsere bayerischen Landwirte können mit der Natur wirtschaften. Wenn Sie glauben, intakte Natur und deren Schutz und Landwirtschaft seien Gegensätze, dann haben Sie nichts verstanden. Dass es unserer Landwirtschaft nicht gut geht, liegt sicher nicht am Naturschutz, sondern vielleicht viel eher daran, dass Sie seit 69 Jahren in Bayern regieren und diese Landwirtschaftspolitik zu verantworten haben. Hören Sie endlich auf, den Schutz von Umwelt und Natur und damit den Schutz unserer Lebensgrundlagen zu verhindern und dauernd gegen alles Mögliche auszuspielen und damit unser aller Zukunft zu zerstören. Nehmen Sie diesen destruktiven Antrag einfach zurück. Besonders enttäuscht bin ich vom Umweltminister, der so einen Antrag auch noch unterstützt. Eigentlich kann der auch weg. (Beifall bei den GRÜNEN)
